Gesundheit
Hausmittel: Welche bei Erkältungen helfen und das Immunsystem stärken

Welche Hausmittel lindern eine Erkältung? Und wie stärke ich mein Immunsystem? Mit diesen Tipps kommen Sie gut durch die kalte Jahreszeit.

Jolanda Riedener 1 Kommentar
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Bei einer Erkältung hilft vor allem Bettruhe und viel Trinken.

Bei einer Erkältung hilft vor allem Bettruhe und viel Trinken.

Bild: Martin Ruetschi/Keystone

Wie nützlich sind Hausmittel, die wir von unseren Eltern oder Grosseltern kennen, wirklich? Tees, Wickel oder Inhalationen stoppen die Erkältung zwar nicht. Aber Hausmittelchen können die Leidenszeit verringern oder einen psychologischen Effekt haben.

Die Rotpunkt Apotheke empfiehlt bei einer Erkältung in erster Linie Bettruhe und viel Trinken, heisst es auf der Website. Oft würden neben Medikamenten wie Nasensprays und Tabletten mit abschwellender Wirkung auch Hausmittel helfen.

Erkältung oder Grippe?

Wichtig ist, eine Grippe (Influenza) von einer Erkältung zu unterscheiden. Letztere ist harmlos, eine Grippe kann jedoch schwerwiegende Folgen haben. Die Erkältung wird durch unterschiedliche Viren ausgelöst: Rhinoviren, Coronaviren (nicht Covid-19) oder RSV-Viren. Die Erkältung kommt schleichend und dauert in der Regel etwa eine Woche. Zu den Symptomen gehören Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und auch Kopfschmerzen.

Eine echte Grippe (Influenza) trifft einen hingegen abrupt und heftig. Auslöser sind Influenzaviren, die Symptome dauern ein bis zwei Wochen. Das Fieber ist oft hoch, teils mit Schüttelfrost und Schweissausbrüchen. Auch die Kopfschmerzen sind stark und bohrend, starke Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden treten ebenso auf. Die Unterschiede zwischen Erkältung, Grippe und Covid-19 werden in diesem Artikel ausführlich erklärt.

Zwiebelsaft und Wickel

Familien mit kleinen Kindern schwören auf die abschwellende Wirkung der Zwiebel bei verstopften Nasen. Der scharfe Zwiebelsaft enthält sogenanntes Alliin, das wie ein natürliches Antibiotikum wirkt. Allerdings genügt es wohl nicht, nur ihre Dämpfe einzuatmen, sondern man muss Zwiebelsaft zu sich nehmen.

Wickel sind ein weiteres traditionelles Heilmittel: Gehackte Zwiebeln werden erwärmt und in ein Baumwolltuch gewickelt. Danach wird das Päckli auf den Hals oder die Brust gelegt. Dabei muss man darauf achten, dass der Wickel nicht zu heiss ist. Auch gegen Ohrenschmerzen sollen Zwiebelwickel helfen. Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit sind nicht bekannt.

Essigsocken gegen Fieber

In die Kategorie Wickel gehören auch Essigsocken. Vor allem bei Kindern werden diese oft angewendet, um das Fieber zu senken. Durch den Essig wird die kühlende Wirkung der nassen Socken verstärkt und es kommt zu einem Temperaturausgleich. Dabei wird ein Baumwolltuch in handwarmes Wasser mit zwei Esslöffeln Essig pro Liter gelegt. Danach legt man das ausgewindete Tuch um die Füsse und Unterschenkel und zeiht Baumwollsocken darüber. Zum Schluss noch mit einem Frottiertuch umwickeln und etwa eine halbe Stunde wirken lassen. Auch Hausärzte empfehlen dieses Hausmittel, allerdings eher nicht bei Kleinkindern unter neun Monaten.

Hühnerbrühe schlürfen

Hühnersuppe hemmt die Bewegungsfähigkeit weisser Blutkörperchen, die für typische Erkältungssymptome verantwortlich sind. Das haben amerikanische Forscher aus Nebraska herausgefunden. Zudem bewirke das Schlürfen der heissen Flüssigkeit, dass die Nase wieder frei werde.

Honig essen

Honig beruhigt die Schleimhäute in Kehle und Rachen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt ihn bei Erkältungen gar als Heilmittel. Besser den Tee etwas abkühlen lassen und dann einen Löffel Honig hinzufügen. Den Honig sollte man nicht zu stark erhitzen, da er sonst seine Wirkung verliert.

Ein Hausmittel mit Honig für Erwachsene, das gegen Halsschmerzen helfen soll, ist heisses Wasser mit Rum. Dazu Wasser aufkochen und einen Schuss Rum zusammen mit dem Wasser in die Tasse geben. Danach etwas abkühlen lassen und mit einem Löffel Honig ergänzen.

Thymiantee trinken

Generell empfiehlt sich bei Erkältungen viel zu trinken, zum Beispiel Tee. Thymiantee lindert Reizhusten nachweislich: Seine ätherischen Öle reduzieren die Hustenanfälle und wirken schleimablösend. Aber auch Ingwertee und andere Kräutertees sind zu empfehlen.

Scharfe Chilis für eine freie Nase

Die Schärfe von Chilis befreit verstopfte Nasen: Durch den hohen Capsaicin-Anteil wird die Durchblutung der Schleimhäute gefördert. Tipp: Allenfalls die Hühnersuppe oder ein anderes Gericht mit den feurigen Gewürzen aufpeppen.

Wasserdampf inhalieren

Heisser Wasserdampf befeuchtet die Nasenschleimhäute und löst den Schleim. Zum Inhalieren kann man Zusätze wie Kamille hinzufügen, die Keime abtötet, oder Eukalyptus, der einen desinfizierenden Effekt hat, sowie Thymian, der wiederum entkrampfend wirkt.

Salbei gurgeln

Bei Halsschmerzen tut Gurgeln gut. Salbei eignet sich gut, die Pflanze hat eine desinfizierende Wirkung und hilft bei Halserkrankungen jeglicher Art. Am besten mehrmals am Tag fünf Minuten lang mit einem Tee aus Salbeiblättern gurgeln. Kochen Sie dafür die Blätter auf und lassen Sie sie 15 Minuten im Wasser ziehen.

Das beste Heilmittel: Gar nicht erst krank werden

Beat Oertli ist Facharzt für Innere Medizin bei der Klinik Hirslanden. Im «Ratgeber» gibt er Tipps zur nachhaltigen Stärkung des Immunsystems. Unser Lebensstil habe nämlich einen beträchtlichen Einfluss darauf, auch wenn unsere Abwehrkräfte an sich meist gut funktionieren.

Erkältungen vorbeugen:

  • Schlaf ist wichtig für die Gesundheit. Schlafmangel schwächt das Immunsystem. Deshalb regelmässigen Schlaf-wach-Rhythmus einhalten und das Schlafzimmer nicht überheizen.
  • Regelmässige körperliche Bewegung im Freien trägt insbesondere im Winter zu einem gesunden Schlaf bei. Ausserdem trocknen die Schleimhäute in beheizten Räumten aus und sind anfälliger für Verletzungen. Deshalb: Einmal täglich für 30 Minuten an die frische Luft gehen.
  • Stress reduzieren: Chronischer Stress dämpft das Immunsystem. Entspannungstechniken wie Yoga oder regelmässiger Sport helfen beim Entspannen. Auch Saunabesuche können zur Entspannung beitragen. Dampf- oder Wechselbäder härten ab und erfrischen gleichzeitig.
  • Auf eine gesunde Ernährung mit frischen Zutaten, viel Gemüse und Obst achten. Viel Wasser trinken.
  • Auf die Hygiene achten: Regelmässig und gründlich Hände waschen, das verringert die Keimbelastung.
  • Ausserdem: Aufs Rauchen verzichten und wenig Alkohol trinken hilft Erkältungen vorzubeugen. Denn Nikotin und Alkohol haben einen Einfluss auf die Blutzirkulation, der Rauch reizt die Atemwege und macht sie anfälliger für Infektionen.
1 Kommentar
Andrea Frischknecht

Der Vergleich der Symptome vom Oktober 2020 stimmt so nicht mehr. Inzwischen gibt es gemäss einer Studie verschiedene Symptome für nicht geimpft, teilweise geimpfte und für doppelte geimpfte. Gemäss ihrer Liste ist Niesen bei Corona nicht üblich. Da ist diese Studie anderer Meinung und ich habe gerade persönlich die Erfahrung auch gemacht. Wäre wichtig diese Vergleich Liste anzupassen! 

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