Gadget des Monats
Huawei GT3 Pro: Bei den Chinesen geht ohne Google nichts

Die Querelen um amerikanische Software lassen chinesische Smartwatch-Hersteller auf eigene Programme umsteigen. Noch sind diese leider wenig smart.

Raffael Schuppisser
Raffael Schuppisser
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Gadget des Monats August: Die Huawei GT3 Pro Uhr.

Gadget des Monats August: Die Huawei GT3 Pro Uhr.

zvg

Ohne Donald Trump wäre Huawei wohl zum mächtigsten Smartphone-Hersteller aufgestiegen. Doch mit dem Bann, welcher der einstige US-Präsident ausgesprochen hat, schickte er die chinesische Marke ins Handy-Niemandsland. Ohne Android-Software wurden die Smartphones auf dem westlichen Markt so gut wie unbrauchbar.

Das gilt nicht zwangsläufig für Smartwatches. Hier ist es offenbar leichter möglich, die amerikanische Software-Dominanz zu umgehen. So setzte etwa Samsung lange auf das eigene Betriebssystem Tizen. Huawei lässt seine Uhren mit der Software Harmony ticken.

Ganz harmonisch ist die Kompatibilität mit dem Android-Smartphone allerdings nicht. Über den offiziellen Playstore liess sich zwar eine Huawei-App laden, die Uhr aber nicht verbinden. Wir mussten aufs offene Internet ausweichen und ignorierten die Warnung unseres Samsung-Handys, dass wir gerade von unsicherer Quelle Software installieren.

Am Arm macht sich die neue Huawei GT3 Pro dann aber ganz gut. Das aus Titan gefertigte Gehäuse vermittelt Wertigkeit. Die Uhr wirkt edler als die meisten anderen Smartwatches. Von wegen chinesischer Billigware!

Die GT3-Pro-Uhr ist mit zahlreichen Sensoren ausgestattet. Auch die Körpertemperatur kann sie messen. Dass diese bei mir aber konstant unter 33 Grad ist, weckt nicht gerade Vertrauen in die Technologie. Auch die Konnektivität mit den zahlreichen Apps und Diensten auf meinem Smartphone lässt zu wünschen übrig. Das Fazit: Schick, aber wenig smart.

Was schon lange fürs Smartphone gilt, trifft nun offenbar auch auf die Uhr zu: Ohne das Google-Betriebssystem geht nichts. Das hat auch Samsung gemerkt. Von der eigenen Software Tizen hat man sich bei den Uhren verabschiedet. Sie kommt nur noch bei TV-Geräten zum Einsatz. Man fragt sich: Wie lange noch?

Die Kurzübersicht.

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