Vergangenes Jahr reichte es für den dritten Platz und einen begeisterten Elon Musk. Nun wollen sie den Sieg: 20 Studenten und Studentinnen des Teams Swissloop treten im Juli zum zweiten Mal an Musks Wettbewerb für sogenannte Hyperloop Pods an. Der SpaceX-Chef hat die Vision 2013 präsentiert: Hyperloop ist ein Transportsystem, das Menschen oder Güter in einer Vakuumröhre mit bis zu 1200 km/h befördern soll. Zu diesem Zweck verkehren in den Röhren Kapseln, sogenannte Pods. 2013 hat Musk einen Wettbewerb für diese Kapseln gestartet. Und an ebendiesen tüfteln zurzeit Studenten auf der ganzen Welt.

Auch das Team der ETH Zürich, Uni Zürich und zweier Fachhochschulen. An der gestrigen Medienkonferenz präsentierten sie ihren neuen Pod «Mujinga», benannt nach der schnellsten Schweizerin, Mujinga Kambundji. «In den letzten zehn Monaten haben 20 Studenten Tausende Stunden investiert, um das zu ermöglichen», sagt Cassandra Hänggi, Kommunikationsleiterin von Swissloop. ETH-Rektorin Sarah Springman lobt die Arbeit der Studenten: «Ich benutze das Wort ‹stolz› nicht oft, aber hier ist es angebracht.» Auch sie hofft auf den ersten Platz am diesjährigen Wettbewerb in Los Angeles.

Doch um das zu schaffen, muss an «Mujinga» weitergetüftelt werden, wie die Vorführung zeigt: Epische Musik erklingt im Hintergrund, Scheinwerfer leuchten auf, Nebel dringt aus der Röhre, aus der «Mujinga» gleich fahren soll. Und dann? Nichts. «Wir haben noch Probleme mit dem WLAN, wir probieren es gleich nochmals», entschuldigt sich Hänggi. Musik, Scheinwerfer, Nebel, nichts. Die ETH-Studenten können das WLAN-Problem nicht lösen, «Mujinga» will nicht anfahren.

Kameras werden ausgeschaltet und Notizblöcke weggelegt. Die Studenten schieben den Pod enttäuscht aus der Röhre und lächeln entschuldigend. «Heute Morgen hat alles noch geklappt», murmelt einer. Ihr Projekt, in das sie jede freie Minute investiert haben, hat die Vorführung nicht bestanden. Aber die jungen Tüftler bleiben positiv: «Das ist zum letzten Mal passiert, in Los Angeles wird das nicht geschehen», zeigt sich der technische Leiter Ilyas Besler überzeugt.

«Mujinga» kann es besser

Denn Besler weiss: «Mujinga» kann mehr als das, was sie im Hangar 3 des Innovationsparks in Dübendorf soeben gezeigt hat. Er kann beschleunigen mit einer Leistung, die 2,5-mal so hoch ist wie die eines Bugatti Veyron, erklärt der technische Leiter. «Und die Bremsen sind fünfmal so stark wie die eines Ferraris», sagt Besler und lächelt zufrieden.

Auch kann der neue Pod mehr als sein Vorgänger, der es vergangenes Jahr unter die besten drei geschafft hat. Ein Bild, das Elon Musk beim Betrachten des Vorgänger-Pods «Escher» zeigt, wirkt vielversprechend. Auf dem Foto blickt ein strahlendes Gesicht in die Vakuumröhre. Doch im Final versagte die Technik. «Weil es im Wettbewerb eine Verzögerung gab, waren die Batterien leer, als wir an der Reihe waren», so Besler. Mit dem komplett neuen Elektroantrieb soll dies nicht mehr geschehen.

Doch der Wettbewerb ist nicht das einzige Ziel von Swissloop. Die Träume gehen weiter: Swissloop soll den Gütertransport in der Schweiz revolutionieren. «Heute wollen Kunden ein Produkt bestellen und das Paket noch am selben Tag erhalten», sagt Gabriela Fernandes, Businessleiterin von Swissloop.

Die Hyperloop-Technologie soll es ermöglichen: Innert 15 Minuten soll ein Paket in jeder grossen Stadt der Schweiz ankommen. Dies in einem System von unterirdischen Vakuumröhren. Am Zielort angekommen, würden die Lieferungen von Velokurieren, Autos oder sogar Drohnen zum Kunden gebracht. Gespräche mit Investoren seien schon im Gang. Vielleicht wird das Zalando-Päckli also in einigen Jahren schon von «Mujinga» spediert.