Gadget des Monats
Der Sub Mini von Sonos ist ein Ferrari Testarossa fürs Wohnzimmer

Ohne Bass, kein Groove. Schon klar. Aber wann ist es zu viel des Guten? Wir haben den neuen Subwoofer von Sonos ausprobiert.

Raffael Schuppisser
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Der Sub Mini ist grösser als man meinen könnte.

Der Sub Mini ist grösser als man meinen könnte.

Sonos

«Wir brauchen Bass, Bass, wir brauchen Bass», rappte der deutsche Hip-Hopper Das Bo vor über 20 Jahren. Und Jan Delay reimte: «Auch ich wär’ voller Hass, gäbe es Musik nur ohne Bass.» Erst der Bass gibt dem Leben den Groove.

Mehr Bass will auch der Lautsprecher-Hersteller Sonos ins Leben seiner Kunden bringen. Der Sub Mini ist kein eigenständiger Lautsprecher, sondern funktioniert nur im Duett – oder im Chor – mit anderen Sonos-Boxen. Klinkt man sie ins Sonos-Universum ein, übernimmt der Sub Mini fortan die tiefen Töne, während sich die anderen Boxen um den Rest kümmern.

Der Namenszusatz «Mini» ist irreführend. Die Box ist über 6 Kilogramm schwer und im Wohnzimmer unter dem TV nicht gerade eine Augenweide – aber doch einiges kleiner und günstiger als der originale Sonos-Sub. Der Subwoofer versetzt einen in eine Zeit, als Das Bo noch aus den Ghettoblastern der Jugendlichen auf dem Pausenhof dröhnte. Damals wurden im Wohnzimmer neben einem Tieftonlautsprecher vier kleine Boxen um den TV positioniert, um einen Dolby-Surround-Sound zu erzeugen. Dass die Boxen nicht ohne Kabel auskamen, sorgte für Fallstricke im Heimkino.

Ein zusätzliches Ding im Wohnzimmer. Doch was ist der Zusatznutzen?

Ein zusätzliches Ding im Wohnzimmer. Doch was ist der Zusatznutzen?

Sonos

Tempi passati! Heute reicht eine gute Soundbar unter dem Fernseher für ein räumliches Klangerlebnis. Die Arc beispielsweise, von der Sonos «Echten Kino Sound» verspricht. Wozu also wieder ein Subwoofer? Die Antwort ist einfach: Für noch mehr Wummms! Wenn eine Horde von Orks durch das Wohnzimmer trampelt oder Tom Cruise mit Mach-10 zum Überflug ansetzt, zittert das Wohnzimmergebälk. Und bald kommen die aus dem Schlaf gerissenen Kinder herbeigeeilt und klingeln die Nachbarn an der Tür. Der Bass in Ehren, für einen TV-Abend reicht mir eine Soundbar. Der Sub Mini ist wie ein Ferrari Testarossa. Die Gelegenheiten, in denen man seine Leistung ausreizen kann, sind sehr, sehr rar.

Für wen? Heimkinogänger ohne Nachbarn. Schwerhörige.

Positiv Orks, Kampfjets und Ferraris klingen wie echt.

Negativ Zusätzliches Ding in der Stube mit beschränktem Zusatznutzen.

Preis/Leistung 499.–. Günstiger als der Sub. Wer braucht den eigentlich?