Musik

Wirbel und Sturm: Das Lukas Mantel Sextet veröffentlicht sein Debütalbum

Das Lukas Mantel Sextet tritt am Montag im Isebähnli in Baden auf. (zvg)

Das Lukas Mantel Sextet tritt am Montag im Isebähnli in Baden auf. (zvg)

Nach seinem Trio hat der Jazz-Schlagzeuger die Anzahl der Musiker verdoppelt und ein Sextet gegründet. Bald treten sie in Baden auf.

Im Dezember 2016 fegte der Wirbelsturm Vardah über die Millionenstadt Chennai im Südosten Indiens hinweg und brachte Tod und Zerstörung mit sich. Der Jazzschlagzeuger Lukas Mantel befand sich damals in Chennai. Und nun trägt das Debütalbum seines Sextetts den Namen des Wirbelsturms. Warum? «Der Zusammenhang zum Wirbelsturm ist lose. Die Musik des Albums wurde in den Monaten nach Vardah komponiert», hält Mantel fest.

Inspiriert wurde Mantel beim Komponieren aber sehr wohl nicht nur von karnatischer Musik, mit der er sich in Chennai intensiv beschäftigte, sondern auch von der sozialen Dynamik, die sich dort nach der Zerstörung entfaltete. Deshalb werde seine Musik durch «bewegliche Formen, unvorhersehbare Abläufe, wechselnde Gruppenbildungen sowie schnelle Interaktion und Kooperation» geprägt.

Anzahl Musiker verdoppelt

Die Schlagfertigkeit Mantels konnte man bisher in ganz unterschiedlichen Bands bewundern − genannt seien hier nur das Ghost Town Trio, das Trio des Pianisten Yves Theiler, das Trio tré sowie das Trio Sound Fountain des Gitarristen Christy Doran.

Nach derart vielen Trios hat Mantel die Menge der Musiker für seine zweite eigene Band verdoppelt. «Diese Besetzung ermöglicht mir eine extremere Umsetzung von Polytonalität und Polyrhythmik. Sie kann in Form von zwei Trios, drei Duos, Quartett mit Duo oder als Quintett mit Solist agieren», hält der Schlagzeuger fest.

Emotionaler Ausdruck über Virtuosität

Bei der Auswahl seiner Mitmusiker achtete Mantel darauf, dass diesen der emotionale Ausdruck wichtiger ist als Virtuosität. Die Mehrheit der Bandmitglieder konnte man auf Schweizer Jazzbühnen schon sehr oft beobachten. Das gilt allerdings nicht für den Gitarristen Travis Reuter: Er steht dem Mainstream-Jazz skeptisch gegenüber und lässt sich lieber von neutönerischen Komponisten wie Elliott Carter oder Brian Ferneyhough inspirieren.

Mit dem aus Kuba stammenden Keyboarder Leandro Irarragorri bildet Reuter die subversive Elektronik-Abteilung der Band, die durch Rafael Schilt (Tenorsax, Klarinette), Matthias Spillmann (Trompete, Flügelhorn) und Lukas Traxel (Bass) vervollständigt wird.

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