Siegerfilme
«Nomadland» triumphiert und Frauen dominieren die Oscar-Verleihung – die Veranstaltung ging abrupt zu Ende

Chloé Zhao, Frances McDormand und Emerald Fennell: Dieses Filmjahr geht ganz an die Frauen. Bei den männlichen Hauptdarstellern gab es eine Überraschung. Das Wichtigste zur Oscarnacht im Überblick.

Daniel Fuchs
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Grosse Siegerinnen bei den Oscars 2021: Frances McDormand und Chloé Zhao (hinten). Ihr Film «Nomadland» erhielt drei Auszeichnungen.

Eine Oscarshow wie ein Spielfilm, wurde versprochen. Nur war die 93. Verleihung des wichtigsten Filmpreises der Welt in der Nacht auf heute weniger spannend als erhofft. Neben dem grossen Abräumer «Nomadland» gab es vor allem eine grosse Überraschung. Hier folgen die Sieger bei den wichtigsten Kategorien:

Bester Film

Das waren die Nominierten:

- «The Father» - «Judas and the Black Messiah» - «Mank» - «Minari - Wo wir Wurzeln schlagen» - «Nomadland» - «Promising Young Woman» - «Sound of Metal» - «The Trial of the Chicago 7»

Das ist der Gewinner: «Nomadland»

Bester Film, beste Regie, beste Hauptdarstellerin: «Nomadland».

Quelle: Youtube

Der Film dreht sich um prekäre Arbeits- und Wohnverhältnisse in den USA, wo immer mehr Menschen in ihren Autos wohnen müssen, weil sie sich keine Wohnung leisten können. Frances McDormand spielt die Protagonistin Fern, die von Job zu Job tingelt, in ihrem Wagen wohnt und Teil dieser modernen Arbeitsnomaden-Community ist.

Mit all den Laiendarstellerinnen und Laiendarsteller an Frances McDormands Seite fühlt sich «Nomadland» zeitweise sehr dokumentarisch an.

Beste Regie

Das waren die Nominierten:

- Thomas Vinterberg für «Der Rausch» - David Fincher für «Mank» - Lee Isaac Chung für «Minari - Wo wir Wurzeln schlagen» - Chloé Zhao für «Nomadland» - Emerald Fennell für «Promising Young Woman»

And the Oscar goes to: Chloé Zhao für «Nomadland»

Die in China geborene Chloé Zhao schreibt Geschichte. Nach Kathryn Bigelow ist Zhao erst die zweite Frau, die den Regie-Oscar gewinnt.

Chloé Zhao gewinnt als zweite Frau überhaupt den Regie-Oscar.

Chloé Zhao gewinnt als zweite Frau überhaupt den Regie-Oscar.

Foto: Chris Pizzello / Pool / EPA

Beste Hauptdarstellerin

Das waren die Nominierten:

- Viola Davis für «Ma Rainey's Black Bottom» - Andra Day für «The United States vs. Billie Holiday» - Vanessa Kirby für «Pieces of a Woman» - Frances McDormand für «Nomadland» - Carey Mulligan für «Promising Young Woman»

Die Gewinnerin heisst: Frances McDormand für «Nomadland»

Frances McDormand als Fern in «Nomadland».

Frances McDormand als Fern in «Nomadland».

Foto: AP

Bester Hauptdarsteller

Das waren die Nominierten:

- Riz Ahmed für «Sound of Metal» - Chadwick Boseman für «Ma Rainey's Black Bottom» - Anthony Hopkins für «The Father» - Gary Oldman für «Mank» - Steven Yeun für «Minari - Wo wir Wurzeln schlagen»

Der Gewinner heisst: Anthony Hopkins für «The Father»

Anthony Hopkins in «The Father».

Anthony Hopkins in «The Father».

Foto: Sean Gleason / AP

Der Oscar für Anthony Hopkins ist die grösste Überraschung. Viele hatten mit einer posthumen Würdigung für den letztes Jahr verstorbenen Chadwick Boseman gerechnet für seine Rolle in «Ma Rainey's Black Bottom». Hopkins war nicht persönlich anwesend und er wurde auch nicht dazugeschaltet. Weil es aber die letzte Preisvergabe des Abends war, endete die Veranstaltung damit etwas gar abrupt.

Beste Nebendarstellerin

Das waren die Nominierten:

- Maria Bakalova für «Borat Anschluss Moviefilm» - Glenn Close für «Hillbilly Elegy» - Olivia Colman für «The Father» - Amanda Seyfried für «Mank» - Yuh-Jung Youn für «Minari - Wo wir Wurzeln schlagen»

Und so heisst die beste Nebendarstellerin: Yuh-Jung Youn für «Minari - Wo wir Wurzeln schlagen»

Beste Nebendarstellerin: Yuh-Jung Youn.

Beste Nebendarstellerin: Yuh-Jung Youn.

Foto: Chris Pizzello / AP

Einmal mehr leer aus ging Glenn Close, die ewige Oscar-Anwärterin (acht Nominationen sind es bereits), für deren Maske in Hillbilly Elegy tief in die Trickkiste gegriffen wurde.

Glenn Close am Oscar-Fototermin...

Glenn Close am Oscar-Fototermin...

Foto: Chris Pizzello / AP
...und in ihrer Rolle im Film «Hillbilly Elegy».

...und in ihrer Rolle im Film «Hillbilly Elegy».

Foto: Netflix

Maria Bakalova für ihre Rolle im Borat-Film hätten wir den Oscar auch gegönnt:

Maria Bakalova.

Maria Bakalova.

Foto: Chris Pizzello / Pool / EPA

Bester Nebendarsteller

Das waren die Nominierten:

- Sacha Baron Cohen für «The Trial of the Chicago 7» - Daniel Kaluuya für «Judas and the Black Messiah» - Leslie Odom Jr. für «One Night in Miami» - Paul Raci für «Sound of Metal» - Lakeith Stanfield für «Judas and the Black Messiah»

Und der Gewinner heisst: Daniel Kaluuya für «Judas and the Black Messiah»

Daniel Kaluuya.

Daniel Kaluuya.

Foto: Chris Pizzello / Pool / EPA

Bester internationaler Spielfilm (sogenannter Ausland-Oscar)

Das waren die Nominierten:

- «Drunk (Another Round)» (Dänemark) - «Better Days» (Hongkong) - «Kollektiv – Korruption tötet» (Rumänien) - «The Man Who Sold His Skin» (Tunesien) - «Quo Vadis, Aida?» (Bosnien-Herzegowina)

Und der Gewinner heisst: «Drunk (Another Round)» von Thomas Vinterberg

Thomas Vinterberg erhielt den Oscar für Drunk und bedankte sich vor allem bei seiner Frau Helene Reingaard Neumann.

Thomas Vinterberg erhielt den Oscar für Drunk und bedankte sich vor allem bei seiner Frau Helene Reingaard Neumann.

Foto: Chris Pizzello / Pool / EPA

Bestes Originaldrehbuch

Das waren die Nominierten:

- «Judas and the Black Messiah» (Will Berson, Shaka King) - «Minari» (Lee Isaac Chung) - «Promising Young Woman» (Emerald Fennell) - «Sound of Metal» (Darius Marder, Abraham Marder) - «The Trial of the Chicago 7» (Aaron Sorkin)

Die Gewinnerin heisst: Emerald Fennell für «Promising Young Woman»

Emerald Fennell.

Emerald Fennell.

Foto: EPA

Bestes adaptiertes Drehbuch

Das waren die Nominierten:

- «Borat Subsequent Moviefilm» (Sacha Baron Cohen, Anthony Hines, Dan Swimer, Peter Baynham, Erica Rivinoja, Dan Mazer, Jena Friedman, Lee Kern) - «The Father» (Christopher Hampfton, Florian Zeller) - «Nomadland» (Chloé Zhao) - «One Night in Miami» (Kemp Powers) - «The White Tiger» (Ramin Bahrani)

Und der Gewinner heisst: Florian Zeller für «The Father»

Florian Zeller live zugeschaltet aus dem «Oscar-Satellit» Paris.

Florian Zeller live zugeschaltet aus dem «Oscar-Satellit» Paris.

Foto: Lewis Joly / AP

Bester Animationsfilm

Das waren die Nominierten:

- «Onward» (Pixar) - «Over the Moon» (Netflix) - «A Shaun the Sheep Movie: Farmageddon» (Netflix) - «Soul» (Pixar) - «Wolfwalkers» (Apple TV+)

Und der Oscar geht an: «Soul» (Pixar)

Bester Dokumentarfilm

Das waren die Nominierten:

- «Collective» - «Crip Camp» - «The Mole Agent» - «My Octopus Teacher» - «Time»

Der Gewinner: «My Octopus Teacher» (Pippa Ehrlich, James Reed, Craig Foster)

Beste visuelle Effekte

Das waren die Nominierten:

- «Love and Monsters» -« The Midnight Sky» - «Mulan» - «The one and Only Ivan» - «Tenet»

Und der Oscar geht an: «Tenet»

Bestes Szenenbild

Das waren die Nominierten:

-« The Father» - «Ma Rainey's Black Bottom» - «Mank» - «News of the World» - «Tenet»

Der Gewinner: «Mank»

Beste Kamera

Das waren die Nominierten:

- «Judas and the Black Messiah» - «Mank» - «News of the World» - «Nomadland» - «The Trial of the Chicago 7»

Und der Oscar geht an: «Mank»

Zehn Nominierungen gab es für «Mank» von David Fincher mit Gary Oldman und Amanda Seyfried. Oscars gab es schliesslich fürs Szenenbild und für die Kamera.

Zehn Nominierungen gab es für «Mank» von David Fincher mit Gary Oldman und Amanda Seyfried. Oscars gab es schliesslich fürs Szenenbild und für die Kamera.

Foto: Netflix

Bester Schnitt

Das waren die Nominierten:

- The Father - Nomadland - Promising Young Woman - Sound of Metal - The Trial of the Chicago 7

Und der Oscar geht an: Sound of Metal (Mikkel E.G. Nielsen)

Beste Musik

Das waren die Nominierten:

- «Da 5 Bloods» - «Mank» - «Minari» - «News of the World» - «Soul»

Der Gewinner: «Soul» (Trent Reznor, Atticus Ross, Jon Batiste)

Bester Filmsong

Das waren die Nominierten:

- «Fight for You» («Judas and the Black Messiah») - «Hear My Voice» («The Trial of the Chicago 7») - «Húsavik» («Eurovision Song Contest») - «Io Si (Seen)» («The Life Ahead») - «Speak Now» («One Night in Miami»)

Und der Oscar geht an: «Fight for You» («Judas and the Black Messiah») von H.E.R.