Basler Jazzlegende

Hunderte nehmen Abschied von Jazz-Künstler George Gruntz

Gedenkfeier für George Gruntz in der Pauluskirche. Andreas Vollenweider eröffnete die Gedenkfeier mit Harfenmusik.

Gedenkfeier für George Gruntz in der Pauluskirche. Andreas Vollenweider eröffnete die Gedenkfeier mit Harfenmusik.

Der grandiose Jazzmusiker George Gruntz ist verstummt. Seine Freunde, Fans und die Familie nahmen heute in der Pauluskirche Abschied. Eine bewegende Feier, mit treffenden Ansprachen, mit viel Musik.

Was geht unter die Haut? Wenn sich beispielsweise ein Geigenton nach oben windet, höher und höher, leiser und leiser, bis er nicht mehr hörbar ist. Der Geiger Tobias Preisig hat diese Metaphysik des tonalen Verschwindens perfekt begriffen und umgesetzt. Auch Erika Stuckys ergreifender Klagegesang, übergehend in den Blues «You are my Sunshine» ging in diese Richtung: Klang vermag diesseits und jenseits verbinden.

Urs Ramseyer nahm die wichtigsten Stationen von George Gruntz auf, vor allem auch die musikalischen. Wie er als Liebhaber von Kleinformationen zur Big Band findet, der legendären George Gruntz Concert Jazz Band, bei der er das Wunder vollbringt, Weltelite-Musiker mit unterschiedlichsten Charakteren unter einen Hut zu bringen.

Marianne von Grünigen lernte Gruntz kennen, als sie 1997 Botschafterin in Kairo war. Sie hebt Gruntz' Organisationstalent hervor: Ihm gelingt es, innert Kürze eine Ägyptentournee auf die Beine zu stellen - inklusive Finanzierung. Die Musiker trommelt er aus der ganzen Welt zusammen. Diese wussten: Der Gruntz macht keine halben Sachen. Und es wird immer unglaublich spannend. Auch die Konzerte mit nordafrikanischen Nomaden-Musikern müssen legendär gewesen sein.

Felix Rudolf von Rohr schlägt den Bogen zur Fasnacht: Jä, der Gruntz war durch und durch Basler. Und er hat die Stadt reich beschenkt. Hinterlassen hat er wunderschöne Piccolomärsche wie das «Nunnefirzli» und «Ohremyggeli», die an der Feier perfekt dargeboten wurden.
Musikalisch in Erscheinung traten auch der Harfenist Andreas Vollenweider und Franco Ambrosetti, die zusammen mit Stucky und Preisig eine stimmungsvolle Improvisation à quattro boten.

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