Die Geschichte beginnt mit der Überfahrt nach Amerika. Alle schlafen, nur Hilfssheriff Tom und das Pony Häxeschoss sind wach und fragen sich, wie man Rauchzeichen liest und ob Indianerponys wirklich die schnellsten der Welt sind. Für ihr zweites Musikhörspiel «Bi de Indianer» verlassen die fünf Aargauer Cowboys die wilde Schweiz und tauchen ein in das Amerika der Indianer.

Mit Banjo, Pauken und vollem Einsatz erzählen Hilfssheriff Tom und seine Kollegen, wie sie den Indianern begegnen, als Erstes gleich zum Friedenspfeife-Rauchen eingeladen werden und ihnen bei der Gelegenheit alle ihre Fragen stellen. Aber dann: Jemand hat Häuptling «Rote Pfäffer Tisi-Bisi» ans Tipi gepinkelt! War es etwa der Bandit Babyface Hugo? Der nimmt sich besser in Acht, denn bei den India- nern kommen die, die Seich machen, an den Marterpfahl. Weiter erfährt man von der unsichtbaren Kraft des Manitu, der zwar «kei Hand, kei Fuess, kei Ross und kei Boss» hat, aber trotzdem überall ist. Man erlebt ein echtes Rodeo und ganz am Schluss verrät Häuptling «Rote Pfäffer Tisi-Bisi» sogar noch das Rezept für die Haarpomade, die der Sheriff so gut findet.

Hinter den Kulissen

Nachdem die Band mit ihrem ersten Musikhörspiel «S’Glückshuefiise» schon über 80 Konzerte in der Deutschschweiz gespielt hat, taufen sie diesen Samstag ihr Zweitwerk im KIFF Aarau. Die Aargauer Formation wurde 2013 von Christian Lüber, der den Part des Sheriffs mimt, ins Leben gerufen. Im Zentrum steht der smarte Hilfssheriff Tom, gespielt von Rafael Haldenwang. Ebenfalls dabei: Frank Niklaus als Totengräber Charly, Benno Kaiser als Farmer Ben und Christian Hugelshofer als Bandit Babyface Hugo.

Alle fünf haben eigene Kinder, was die zentrale Motivation für das Projekt ausmacht, sagt Frank Niklaus: «Unsere Kinder haben auch bei der zweiten Platte immer wieder als Referenz gedient, ob etwas funktioniert oder nicht.» So erklärt sich auch das feine Gespür für kindlichen Humor, wie es in den Erzähleinheiten und den Songtexten rüberkommt. Auch Erwachsene werden durch die originellen Charakterdarstellungen gut unterhalten, zum Beispiel vom Sheriff, der zwar einen kleinen Horizont, dafür aber einen grossen Hut hat. Hinzu kommt, dass gewisse Songs an Filmmusik erinnern, die nur Westernfans bekannt sein können: Die Ho!Ho!-Rufe aus dem Off im Lied «Bi de Indianer» sind eine klare Hommage an Ennio Morricone.

Mit ihrem neuen Programm wollen Hilfssheriff Tom nun möglichst viele Konzerte spielen und das Programm weiter verfeinern, immer abgestimmt auf das, was den Kindern gefällt. Sicher ist aber schon jetzt: Der schwungvolle Mix aus Country, Rhythm’n’Blues und Rock lässt Gross und Klein eintauchen in eine – etwas männerzentrierte, aber sehr char- mant erzählte – Geschichte aus Begegnungen und Abenteuern im Land der Indianer. Für Kinder von 5 bis 11 Jahren und ihre Begleitpersonen.

Hilfssheriff Tom «Bi de Indianer». KIFF, Aarau, So, 3. März, 15.30 Uhr.