Dabu Fantastic ist eine Mundart-Band und somit Teil der hiesigen Musikszene. Trotzdem sind sie anders. Mit ungewöhnlichen Aktionen und kompromisslosem Songwriting heben sie sich von der Masse ab. Bereits vor dem offiziellen Release ihres 5. Studioalbums «Drinks» sind sie fleissig unterwegs.

Mit den Proben auf die Strasse

Mit 3×3 Konzerten in drei Schweizer Städten probten sie das neue Material gleich vor Publikum, anstatt im Bandraum für die bevorstehende Tour zu üben. Drei Wochen spielten sie alternierend Konzerte in Basel, Bern und Zürich auf Kollektenbasis. Und wie kamen die neuen Songs an? «Je länger, je besser», sagt Dabu, Songschreiber und Kopf der Band, «je länger wir spielten, desto eher kannten die Leute die Songs bereits.»

Abschliessen wird die Band aus dem Zürcher Oberland ihre Übungstour im Hallenstadion. Allerdings nicht auf der Hauptbühne, sondern in einem Lagerraum, in der normalerweise die Eismaschine steht. «Einmal in seiner Karriere muss man das Hallenstadion füllen», sagt Dabu.

Das Unkonventionelle findet sich auch in den Texten wieder. «Wir nehmen da keine Rücksicht, da sind wir recht kompromisslos», sagt Dabu. Die neuste Single «Angelina» ist denn auch ein sehr eingängiger Popsong mit Ohrwurmqualität – und provokativem Text. Das unkonventionelle Songwriting komme vom Hip-Hop, sagt Andi alias DJ Arts. Die Nähe zum Hip-Hop haben sie auch bewiesen, mit dem Projekt «Die Fantastischen Wir», bei dem sie ausschliesslich Songs der Hip-Hop- Gruppe Die Fantastischen Vier coverten – auf Schweizerdeutsch. Dank grossem positiven Echo ist daraus ein Live-Album entstanden.

Dabu Fantastic - Angelina

Dabu Fantastic - Angelina

Keine Heimatgefühle

Angesprochen auf den aktuellen Heimat-Trend in der Schweizer Musikszene, lachen sie. Der einzige Song aus der vermeintlichen Heimatschiene sei «Min Ort». Dort besingen die zwei humorvoll ihre ursprüngliche Herkunft. Aber dann sagen sie schnell: «Wir kommen gar nicht in die Gefahr, Schweizer Heimat-Musik zu machen.» Heimat – sind sich beide einig – sei ein Gefühl, kein Ort. Der Begriff Heimat sei ein abstraktes Gebilde. Und überhaupt sei es ein Zufall, dass sie in der Schweiz geboren seien.

Somit ist für Dabu Fantastic auch klar: «Wir packen nicht irgendwo noch ein Schwyzerörgeli rein, nur weil wir noch ein paar CDs mehr verkaufen wollen.» Die einzige Erwartung, die sie an die neue Platte haben, ist, dass sie erfolgreicher wird als die letzte Platte «Hallo Hund», die vor zwei Jahren erschien. «Ich hab noch mehrere Ziele im Leben», sagt Dabu. Zum Beispiel an Orten spielen, an denen Leute kein Mundart verstehen, um zu sehen, ob die Songs trotzdem ankommen, der Musik und der Band wegen.

Dabu Fantastic; Drinks (Sony).

Live: Sa, 27. 8., Musig i de Altstadt, Aarau; 2. 9. Hallenstadion Zürich; 8. 9. Einstein Aarau, Argovia Live Session.