Konzert
Bruno Mars: Mehr als eine Eintagsfliege

Bruno Mars, der Pop-Shootingstar aus Hawaii, hat am Donnerstag im Hallenstadion Zürich die Live-Nagelprobe bestanden. Er bewies sein Talent vor 13'000 Fans.

Stefan Künzli
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Auch Bruno Mars hat mit drei Nominationen die Chance, drei Awards zu holen. Keystone

Auch Bruno Mars hat mit drei Nominationen die Chance, drei Awards zu holen. Keystone

Teenie-Alarm im ausverkauften Hallenstadion Zürich. Nein, nicht ganz so, wie bei Justin Bieber. Die 13000 Fans, die das erste Konzert von Shooting-Star Bruno Mars in der Schweiz besuchten, waren aber gross mehrheitlich schon sehr jung und sehr weiblich. Der 26-jährige Sänger und Musiker aus Hawai hat mit seinem Album «Doo-Wops & Hooligans» wie eine Bombe eingeschlagen und ist auch in der Schweizer Album-Hitparade seit 38 Wochen platziert.

Am Konzert in Zürich wird schnell deutlich, dass man Bruno Mars nicht auf das Teenager-Phänomen reduzieren kann. In klassischer Bandbesetzung sowie einem zweiten Sänger und drei Bläsern auf der Bühne, bediente er sich gekonnt in der 50-jährigen Schatztruhe der internationalen Popmusik. Rock’n’Roll und ein Schmachtfetzen aus den 50er-Jahren, eine Menge 60er-Jahre-Soul, Reggae, zeitlose Pop-Soul-Balladen, natürlich seine Hits und einige Covers. Ein kunterbuntes Programm.

Grosses Potenzial

Im Vergleich zu den ganz Grossen im Popzirkus waren Show und Inszenierung sympathisch schlicht. Bruno Mars präsentierte sich in klassischer Konzertsituation. Als wollte er signalisieren, dass es hier um Musik und nicht um die Show geht.

Das Potenzial von Mars ist gross, Talent und Musikalität sind unzweifelhaft. Seine hohe jugendliche Stimme klingt zuweilen noch etwas gar dünn, doch Mars ist ein glänzender, intonationssicherer Soulsänger, der souverän phrasiert und an den jungen Michael Jackson erinnert. Nach dem kurzen und kurzweiligen 75 Minuten-Konzert war klar: Bruno Mars ist mehr als eine Eintagsfliege. Seine Karriere hat eben erst begonnen.