Pop & Sport
Mit Aargauer Sound zu Olympiagold? Giulia Steingruber turnt in Rio zu Al Prides «LEAF»

Die Schweizer Medaillenhoffnung Giulia Steingruber turnt zu einem Song der Band Al Pride und ermöglicht dem Badener Quintett damit ein Konzert in Rio.

Nadine Meier
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Die Badener Band Al Pride mit der Schweizer Kunstturnerin Giulia Steingruber während der Schweizer Meisterschaften im Kunstturnen Ende Juni.

Die Badener Band Al Pride mit der Schweizer Kunstturnerin Giulia Steingruber während der Schweizer Meisterschaften im Kunstturnen Ende Juni.

ZVG

109 Schweizer Athleten und Athletinnen werden bald an den Olympischen Spielen in Brasilien an den Start gehen.

In Rio mit dabei ist auch die Aargauer Band Al Pride. Mit dem Kampf um die Medaillen haben sie aber nichts zu tun. Die Band sorgt zurzeit aus einem anderen Grund für Aufmerksamkeit.

Denn die Schweizer Medaillenhoffnung Giulia Steingruber verwendet in ihrer Bodenturnübung den Song «LEAF», die neuste Single-Auskoppelung der Band.

Al Pride ist auf Erfolgskurs: Platz 15 in der Album-Hitparade hat «Hallavara» erreicht. Das im März veröffentlichte Album ist nach «Another Color» (2013) und «Hello Blue Light» (2011) bereits das dritte Album der fünf Musiker.

Ins Leben gerufen haben sie Al Pride vor sieben Jahren. Vier Jahre später wurde die Band von Radio SRF 3 zuden «Best Talents» des Jahres gewählt. Zu Recht: Die fünf Badener spielen – laut Jury – raffinierten Pop mit internationalem Standard. Ohrwurmgarantie inklusive.

Der Song turnt mit

Der Folk-Pop der Badener scheint anzukommen. Dass die mehrfache Europameisterin im Kunstturnen zu ihrem Song turnt, haben die Aargauer Musiker aber nur zufällig erfahren: «Ein Freund von uns hat seinen Fernseher gefilmt und uns die Aufnahme geschickt», erzählt Bandleader Nico Schulthess.

Am nächsten Tag sassen sie selbst vor dem Fernseher und verfolgten die Bodenübung der Kunstturnerin. Und tatsächlich: «LEAF», der Song der Badener, ertönte wie erwartet.

Auf ihrem Facebook-Profil gratulierten sie der Kunstturnerin zu ihrer grossartigen Leistung und ihrem guten Musikgeschmack.

In der Folge erwies sich Giulias Liederwahl für die Band als Glücksfall. Denn nach dem Doppelgold an der Europameisterschaft meldeten sich diverse Radiosender, die Facebook-Seite «explodierte».

Das Echo bei Fans und Medien ist gross: «Nebst Festivalbühnen haben wir in den letzten Wochen auch die Sportteile verschiedener Landeszeitungen bespielt», sagt Schulthess.

Deshalb wollte die Band die Kunstturnerin unbedingt treffen und kennen lernen. An den Schweizer Meisterschaften Ende Juni war es dann so weit. «Wir haben uns gut verstanden und es sehr genossen, von der medialen Ebene endlich auf die persönliche, menschliche Ebene zu wechseln», sagt Schulthess.

Olympia ruft, die Band kommt

Die Geschichte von Al Pride und Giulia Steingruber kam so gut an, dass sogar Swiss Olympic darauf aufmerksam wurde. Die Dachorganisation der Schweizer Sportverbände hatte die Planung für das «House of Switzerland» zu diesem Zeitpunkt zwar bereits abgeschlossen.

Trotzdem dürfen die Musiker im August an den Olympischen Spielen im Schweizer Gästehaus auftreten: «Die zuständige Person für das Rahmenprogramm fand die Geschichte und den Song so gut, dass wir nach Rio eingeladen wurden, um ein Konzert zu spielen», freut sich Schulthess.

So kommt es, dass die sympathischen Musiker am 8. August in die brasilianische Metropole fliegen. Vier Tage werden sie dort bleiben. Natürlich werden sie dann auch auf den Rängen anzutreffen sein und die Frau unterstützen, der sie das Rio-Abenteuer zu verdanken haben.

Vielleicht wird «LEAF» der Schweizer Kunstturnerin ja sogar zum Medaillengold verhelfen. Es wäre nicht nur für Giulia eine Krönung, sondern auch für die fünf Aargauer.