Kämpfer Fürs Kino
Solothurner Filmtage ehren Betreiber von Kinos in Zürich und Luzern für sein Engagement gegen das Lichterlöschen

Frank Braun, Betreiber des Kinos Bourbaki in Luzern und mehrerer Kinos in Zürich, ist ein unermüdlicher Kämpfer für die Filmkultur. Dafür erhält er nun einen Preis.

Daniel Fuchs
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Kämpfer für Film und Kino: Frank Braun.

Kämpfer für Film und Kino: Frank Braun.

Bild: Saskja Rosset/Solothurner Filmtage

Er war Co-Regisseur bei Trickfilmen, initiierte in Baden das Animationsfilmfestival Fantoche und ist künstlerischer Leiter einer Arthouse-Kinokette mit Leinwänden an den Hotspots für Cinéphile in Zürich und Luzern: Frank Braun sitzt in der Geschäftsleitung der Zürcher Neugass Kino AG. Neben dem bekannte Riffraff-Kino im Langstrasse-Quartier betreibt die Kette etwa das Luzerner Stadtkino mit mehreren Sälen, das Bourbaki. Nun wird Braun für sein Engagement für die Kino- und Filmkultur geehrt.

Die Solothurner Filmtage vergeben ihm den «Prix d'honneur». Das meldete die Filmtage-Geschäftsstelle am Mittwoch. Der Preis wird am 23. Januar 2021 übergeben, im Rahmen der 56. Solothurner Filmtage, die diesen Winter online durchgeführt werden.

Brauns Kinos trotzen der Pandemie

Geschlossene Kinosäle, ausbleibende Blockbuster und tiefe Eintrittszahlen: Die Schweizer Kinos leiden besonders wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Zwar sind in vielen Kantonen die Kinos noch offen, doch das Publikum bleibt aus. Sei es aus Angst, sich im Kino mit dem Coronavirus anzustecken oder wegen des ausgedünnten Filmangebots.

Für nicht wenige Kinos wäre es einfacher, gleich ganz zu schliessen. Auch Brauns Neugass-Kinos leiden. Viele aber trotzen der Pandemie und bleiben offen.

Kino als Ort der Begegnung wichtiger denn je

«Frank Braun ist ein profunder Kenner und treuer Begleiter des Schweizer Films und er hat mit seinen eigenen Kurzfilmen und mit der Gründung von Fantoche Massstäbe gesetzt», begründet Filmtage-Direktorin Anita Hugi die Wahl. Brauns Name stehe in der ganzen Schweiz für ein einmaliges Engagement. Hugi weiter:

«Der ‹Prix d’honneur› würdigt Frank Brauns inspirierenden Einsatz für den Film und für das Kino als Ort der Begegnung, der gerade heute wichtiger ist denn je.»

Frank Braun, Jahrgang 1965, stammt aus Winterthur und lernte ab 1990 im Zürcher Kino Xenix das Kinogeschäft kennen. Ab 1992 veranstaltete er im Kino Morgental ein anspruchsvolles Nischenprogramm und lancierte den Filmklub für Kinder «Die Zauberlaterne». Gleichzeitig initiierte der Trickfilmfan das Festival für Animationsfilm Fantoche in Baden.

Rettungseinsatz für das Bourbaki in Luzern

1998 war Braun Mitgründer des Kinos Riffraff an der Neugasse, in Zürichs Langstrassequartier. Mit einem Independent-Programm, zwei Leinwänden und einer Bar wurde «das Riffraff zur Erfolgsgeschichte und zum Impulsgeber für die Schweizer Kinolandschaft», schreiben die Solothurner Filmtage.

Im Jahr 2000 setzte sich Braun mit der Neugass Kino AG für das Kino Bourbaki in Luzern ein, das vor der Schliessung stand. 2014 eröffnet er mit dem Houdini in Zürich, eine Art Mini- statt Multiplexkino. Das Filmprogramm in Houdini, Riffraff und Bourbaki leitet er bis heute.