Astronomie
Jetzt kommt der Super-Sonnensturm

Der wohl stärkste geomagnetisceh Sturm seit sechs Jahren soll am Dienstag die Erde erreichen. Der von einer Sonneneruption ausgelöste Sturm könnte die Navigation von Flugzeugen stören.

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Der Solarsturm von August 2011
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KME, beobachtet 2011
Gut zu sehen: Die Sonneneruption und die Partikel, die in den Weltall geschleudert werden
Der Super-Sonnensturm
Hier hat die Sonne geringe Strahlenaktivität.

Der Solarsturm von August 2011

Am Montag schleuderte die Sonne erneut grosse Partikelmengen ins All, die mit 6,4 Millionen Kilometern pro Stunde durchs All rasen und nun auf die Erde treffen. Nach Angaben der US-Ozean- und Wetterbehörde NOAA ist es seit Mai 2005 der heftigste Sonnensturm, der die Erde trifft. Er wurde als «stark» eingestuft.

Das Sonnenobservatorium der US-Raumfahrtbehörde Nasa registrierte den Höhepunkt der Sonneneruption am Dienstagabend mitteleuropäischer Zeit. Bei einem solchen Ausbruch, der von Forschern als «koronaler Massenauswurf» (KME) bezeichnet wird, werden elektrisch geladene Partikel ins All geschleudert. Der Sonnensturm sendet elektrische Wellen und Gaswolken durch die oberen Atmosphärenschichten der Erde, lässt messbare elektrische Ströme durch die oberen Schichten des Erdbodens laufen und rüttelt am Erdmagnetfeld.

Flugumleitungen denkbar

Die kleinen oder mittelschweren geomagnetischen Stürme, die gemäss Nasa möglich sein können, dauern in der Regel zwischen 24 und 48 Stunden. Dadurch könne es zu Störungen in Stromnetzen und bei der Satellitennavigation kommen.

Besonders gefährdet sind Telekommunikationssatelliten oder die 20.000 Kilometer von der Erde entfernt im All kreisenden Satelliten des Navigationssystems GPS, von dem die moderne Luft- und Schifffahrt weitgehend abhängig ist. Möglicherweise müssen auch Flüge über die Polarregionen umgeleitet werden. Wie die «Los Angeles Times» schreibt, könnten Flüge in der Polarregion umgeleitet werden. Starke Sonnenstürme können auch negative Auswirkungen auf Elektronikgeräte haben. (cls)