Zahlreiche Fans der Satireformats «Giacobbo/Müller - Late Service Public» haben am Sonntagabend in die Röhre geguckt. Wegen dem Erdbeben in Japan liess das Schweizer Fernsehen die Sendung kurzfristig ausfallen. Stattdessen wurde die Spätausgabe der «Tagesschau» verlängert und die anschliessende Musiksendung «Stars: Back Around The Clock» vorgezogen.

«Wir können und wollen nicht satirisch unterhalten, wenn Katastrophen solchen Ausmasses wie jetzt in Japan geschehen», begründete Rolf Tschäppät, Bereichsleiter Comedy und Quiz beim Schweizer Fernsehen, den Entscheid.

Vor verschlossenen Türen

Auch die Studio-Gäste, welche die Aufzeichnung der Sendung im Zürcher Kaufleuten verfolgen wollten, standen am Sonntag vor verschlossenen Türen. Ein Hinweisschild am Eingang wies die Besucher daraufhin, dass die Sendung «wegen der Ereignisse in Japan» nicht stattfindet. «Zuschauer mit Tickets werden kontaktiert», hiess es.

Deshalb sagten Viktor Giacobbo und Mike Müller ihre Sendung ab

Deshalb sagten Viktor Giacobbo und Mike Müller ihre Sendung ab

«Man kann in einen solchen Umfeld keine Sendung mit innenpolitischen Themen in der Schweiz machen. Das will niemand sehen», sagte Komiker Mike Müller gegenüber der Agentur Keystone. Müller und Giacobbo informierten die Gäste am Sonntag vor dem Kaufleuten persönlich über den Ausfall ihre Satire-Sendung.

Verständnisvolle Reaktionen

Gemäss Rolf Tschäppat haben die abgewiesenen Besucher vor dem Kaufleuten «sehr verständnisvoll» auf die Absage reagiert. «Die Leute merken, dass die Vorfälle in Japan die Schlagzeilen dominieren und dass man sich darüber - und auch über andere Themen - zum jetzigen Zeitpunkt nicht lustig machen kann», sagte Tschäppät gegenüber Keystone. (bau)