Er hat die Pointen offensichtlich gut eingeübt: Jedenfalls wusste Philipp Müller bei «Giacobbo-Müller» auf jede Frage schlagfertig eine mehr oder weniger lustige Antwort.

Müller karikierte unter anderem genau das: Dass Politiker sich für TV-Auftritte immer besser vorbereiten und auswendig gelernte Statements in Kurzform auf «10vor10» oder in der «Tagesschau» platzieren.

FDP-Müller zu Gast bei Giacobbo/Müller

Vorbildlich sei die SP, sagt Müller. Die könne in 17 Sekunden das ganze Parteiprogramm zusammenfassen: «Zuviel Reiche, zuviel Arme, Umverteilen. Wir müssen in die EU. Fertig.»

Die SVP könne das aber genauso gut: «Zuviel Ausländer. Wir müssen eine Initiative machen. Wir wollen nicht in die EU. Auch nicht schleichend.»

Müller witzelt über die alte FDP. Die habe bei allem gesagt: «Das muss man differenziert anschauen. Man muss bedenken, überlegen, abwägen. Dann sagt der Journalist: 'Danke vielmal, die Zeit ist vorbei'.»

Der neue Kommunikationsstil der FDP sei direkter: «Es gibt keinen Konjunktiv mehr. Nur noch den Indikativ und den Imperativ.» Ob sein Namensvetter Mike Müller überhaupt wisse, was das sei, koketierte Philipp Müller. Der konterte: «Ein Beispiel für Imperativ sei: 'Friss du Sau!'» (roc)