Gedicht

Die Aargauer Lyrikerin Nathalie Schmid lässt sich vom Mundartwort «Schlarpi» inspirieren

Die Lyrikerin Nathalie Schmid in ihrem Atelier in Obersiggenthal.

Die Lyrikerin Nathalie Schmid in ihrem Atelier in Obersiggenthal.

Vom Mundartwörterbuch zu Literatur angeregt: Nathalie Schmid schreibt ein bitter-süsses Gedicht zu einem falschen Rat an junge Frauen.

Schlarp ned eso. Me löpft d’Füess.

Ond sowiso es Meitli. Es Meitli

nemmt au ned eso grossi Schrett.

Du laufsch jo als wörd öpper

of di warte als hättsch en Termin als

bränntisch druf vo do wäg z’cho.

Ond pass besser uf was d’seisch

wenn d’seisch was dänksch denn

esch denn dööt schnäll nor no Gströpp

hocksch ellei im Egge mett de Händ

vorem Gsecht ond brüelisch.

Pass also uuf. S’esch ned schön

so ohni Schotz vo de Böim

emmer guet sechtbar för alli.

Ond wottsch di jo ned schäme.

Wottsch jo ned dass me seit

sigsch fräch ond verwöhnt

wöllisch z’schnäll vorwärts

oder laufisch wienen Maa.

Weisch die Andere

zeige der emmer

wer du besch. Also

suech dini Wort guet uus

wenn’s sy muess

verschliessisch sie i der.

Denn passiert der scho nüt

denn hämmer di gärn. Also

löpf dini Füess

lauf chli langsamer ond

stopf der ab ond zue

öppis is Muul. Gäll

das esch denn kei Information

das esch en Uuftrag

Mundartprojekt Hunziker2020
In unserer Mundartserie lassen sich Aargauer Schriftstellerinnen und Schriftsteller von Mundartbegriffen zu eigenen literarischen Mundarttexten inspirieren. Die Serie ist ein Teil des Digitalisierungsprojekts des Aargauer Wörterbuchs von Jakob Hunziker. www.hunziker2020.ch
Die Mundartserie wird unterstützt von der Neuen Aargauer Bank.

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