Orchesterverein Niederamt
Mitreissendes Sinfoniekonzert

Der Orchesterverein Niederamt lud am Samstag und Sonntag in Lostorf und Buchs zu zwei Sinfoniekonzerten mit Werken von Dvorak und Elgar ein. Die Besucher durften ein Erlebnis der besonderen Art geniessen.

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Orchesterverein Niederamt

Orchesterverein Niederamt

Aargauer Zeitung

Hans Basler

Als Gastdirigent wurde Leonardo Muzii verpflichtet, der am Rotterdamer Konservatorium studierte und unter anderem als Dozent an den Hochschulen Bern und Biel sowie an der Staatlichen Musikhochschule in Karlsruhe unterrichtete. Als Gastdirigent wirkte er seit 2000 bei mehreren Orchestern in ganz Europa, unter anderem in der Schweiz, in Deutschland, Bulgarien und Italien. Die 52 Musikerinnen und Musiker waren von Anne-Françoise Schmid, Konzertmeiserin, zusammen mit dem Dirigenten bestens auf dieses Konzert vorbereitet worden.

«Aus der neuen Welt»

Die berühmteste Sinfonie «Aus der Neuen Welt» von Antonin Dvorak entstand im Jahr 1894. Die Inspiration holte er sich bei den Negro-Spirituals und den Indianerweisen Nordamerikas. Eine besondere Wirkung ergibt sich aus der Verschmelzung tschechischer und amerikanischer Volksmusik in der Form einer europäischen Sinfonie.

Der erste Satz (Adagio - Allegro molto) beginnt mit einer wehmütigen, langsamen Einleitung. Das durch Streicher und harte Paukenschläge sich allmählich entwickelnde Allegro ist von mitreissendem Schwung erfüllt. Im zweiten Satz (Largo) atmet die endlose Weite der Prärie. In diesem ergreifenden Trauergesang in schmerzlicher Melancholie singt das Englischhorn die Hauptmelodie, mit der dieser verinnerlichte Satz in erhabener Ruhe ausklingt. Im dritten Satz (Scherzo - Molto vivace) folgt unvermittelt auf den lyrischen Mittelteil des Scherzos, das Trio mit einer anmutigen Walzermelodie. Diese ist zum Teil typisch tschechisch in ihrer sprunghaften Rhythmik empfunden. In der Coda setzt sich mit aller Kraft das Hauptthema des ersten Satzes durch. Zart verhallend klingt das Scherzo aus.

Im vierten Satz (Allegro con fuoco) wird das marschartig energische Hauptthema vom vollen Orchester vorgetragen, das pathetisch von der «Neuen Welt» kündet. Es setzt sich, nachdem auch Motive aus den ersten drei Sätzen in der meisterhaft geformten Durchführung erklungen sind, immer stärker durch. Im mitreissenden Finale erklingt wieder das Hauptthema des ersten Satzes.

Das Stück wurde von den Musikerinnen und Musikern sehr gut interpretiert und sie erhielten dafür lang anhaltenden Applaus.

Reitz gewann Heimspiel in Lostorf

David Reitz hatte als Dirigent des Niederämter Orchestervereins in Lostorf ein Heimspiel. Mit Edward Elgars (1857-1934) Konzert für Violoncello und Orchester, e-Moll op. 85 (Adagio - Moderato, Lento - Allegro molto, Adagio, Allegro), hatte sich David Reitz ein anspruchsvolles Konzertstück ausgewählt. Edward Elgar ist nach Henry Purcell (1659-1695) der bedeutendste Komponist Englands. Sein einziges Cellokonzert entstand im Jahr 1918 und wurde im Oktober 1919 unter seiner Leitung uraufgeführt. Der Orchesterpart ist eher zurückhaltend und diskret - nur so vermag sich der Solist in diesem viersätzigen Werk ganz frei zu entfalten.

Das Publikum staunte, was David Reitz aus seinem Violoncello alles herausholen konnte. So wurde der Vortrag zu einem Erlebnis, das man nicht mehr missen möchte.

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