Ein Stück Kultur erhalten

Wenn sich am Samstag im Löwensaal Beinwil am See der Vorhang zur Premiere des «Zigeunerbarons» hebt, kann sich Markus Steiner nicht entspannt zurücklehnen. – Im Gegenteil: Mit jeder Aufführung kommt noch mehr Arbeit auf ihn zu.

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Zigeunerbaron

Zigeunerbaron

Lenzburger Bezirks-Anzeiger

Philipp Muntwiler

Eine Woche vor der Premiere: Das Bühnenbild ist bereit, noch sind einige Detailarbeiten zu erledigen. Markus Steiner aus Beinwil am See engagiert sich in seiner Freizeit für den «Zigeunerbaron». Noch am Abend vor der Premiere stehen Steiner und sein Team auf der Bühne, um letzte Anpassungen und Ergänzungen vorzunehmen.
Markus Steiner engagiert sich seit gut 18 Jahren für die Theatergesellschaft Beinwil am See. Zu Beginn hat der Maler und Gipser die Bühnenbilder noch selber gemalt. Seit zehn Jahren widme er sich aber nur noch der Bauerei. «Ich engagiere mich als Freiwilliger für die Theatergesellschaft, damit ein Stück Kultur im Dorf nicht verloren geht», sagt er.

Jetzt werden die Abläufe geübt
Die Zeit vor der Premiere sei die strengste Zeit für das Bühnenbauteam, sagt Steiner, weil für die Bühnenumbauten und die Bedienung des Vorhangs oder des Lichts auch während der Proben immer mindestens vier Personen anwesend sein müssen. Zwei Wochen vor der Premiere wurde mit den sogenannten Vollproben begonnen. Das bedeutet, dass das Stück komplett durchgespielt wird. «Das ist gut für uns», sagt er. «Denn so können auch wir unsere Abläufe üben.»

Die Theatergesellschaft Beinwil am See gibt in der aktuellen Spielzeit in über 20 Aufführungen den «Zigeunerbaron». Der Entscheid für das Stück werde im Vorstand gefällt. Erste Kontakte zwischen Regie, Vorstand und Bühnenbauteam fänden dann jeweils im Sommer statt.

Das siebenköpfige Bühnenbauteam beginnt im Herbst, die Bühnenbilder herzustellen. Bemalt werden die Kulissen dann von einem Spezialisten, dieses Jahr aus der Ostschweiz. Das sei abhängig von der Person, die Regie führe, sagt Steiner. Denn die Regieführenden hätten von ihrer Arbeit her Kontakte, die von der Theatergesellschaft auch genutzt würden. «Wir organisieren den aufwendigen Transport der Requisiten hin und zurück.» Denn für die drei Akte werden drei verschiedene Motive als Bühnenhintergrund benötigt.

Der Zigeunerbaron: Aufführungsdaten


Samstag, 16. Januar, 19 Uhr (Premiere); Mittwoch, 20. Januar, 19.30 Uhr.
Danach jeweils Freitag/Samstag, 19.30 Uhr, und Sonntag, 14.30 Uhr. Bis 28. Februar. Zusatzvorstellungen am Freitag, 5. März, und Samstag, 6. März, jeweils 19.30 Uhr.
Die Aufführungen finden im Löwensaal in Beinwil am See statt.
Infos und Vorverkauf im Internet unter www.theatergesellschaft.ch
Dauer der Aufführung: ca. 3 Stunden. Pause nach dem ersten Akt.

Bühnenaufbau ab Dezember
Der Löwensaal ist Anfang Dezember bereit. Dann können die Bühnenbauer die Kulissen aufbauen. «Die Lichttechnik für die Bühne wird nicht von uns eingerichtet», sagt Steiner. «Dies erledigen Spezialisten, welche die ganze Beleuchtung auf dem Computer programmieren.» Während der Aufführung bedienen zwei Freiwillige das Lichtprogramm.
Mit dem Tag der Premiere ist die Arbeit für das Bühnenbauteam noch nicht erledigt. Während aller Aufführungen müssen mindestens vier Personen hinter der Bühne sein und die Seilzüge für den Vorhang und die verschiedenen Requisiten bedienen - einfach alles, was rund um die Bühne zu tun ist.
«Der erste Akt ist sehr intensiv», sagt Steiner. «Da brauchen wir viele helfende Hände. Nach der Pause wird es etwas ruhiger.» Aber das Stück werden sie nicht aus dem Zuschauerraum sehen können. Zwar bekämen sie hinter der Bühne alles mit, aber ihnen bleibt nur die Möglichkeit, die Aufführung später als Film anzuschauen.