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Dem Charivari fehlt das Geld, dem Ziggi Zaggi die Zeit

Vorbei: Nach vor einigen Monaten feierte die Clique Zämegwirflete Erfolge auf der Bühne des Ziggi Zaggi. (Bild: Nicole Nars-Zimmer)

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Vorbei: Nach vor einigen Monaten feierte die Clique Zämegwirflete Erfolge auf der Bühne des Ziggi Zaggi. (Bild: Nicole Nars-Zimmer)

Eigentlich hätte der ehemalige Ziggi Zaggi-Regisseur Danny Wehrmüller Zeit für die Muttenzer Vorfasnachtsveranstaltung. Um ein Programm auf die Beine zu stellen, ist es aber zu spät.

Muriel Mercier

Erst im letzten Frühling legte Danny Wehrmüller sein Amt als Regisseur bei der Muttenzer Vorfasnachtsveranstaltung Ziggi Zaggi nieder, weil er ein verlockendes Angebot aus Basel erhalten hatte: Der Vorstand der Vorfasnachtsveranstaltung Charivari fragte ihn an, ob er den Job als neuen Regisseur übernehmen möchte. Wehrmüller nahm an, denn er will in der Stadt sein Können unter Beweis stellen. Seine «Kündigung» in Muttenz zieht schwere Folgen für das Ziggi Zaggi mit sich: Nach Wehrmüllers Abgang werden die Aufführungen für 2010 auf Eis gelegt, denn das Organisationskomitee findet keinen Nachfolger für den Primarlehrer.

Letzte Woche dann erlebte Wehrmüller einen Tiefschlag: Die nächste Ausgabe des Charivari wird abgesagt. Der Vorstand muss aufgrund finanzieller Engpässe kapitulieren. Für die Produktion müssten zwischen 220 000 und 240 000 Franken aufgeworfen werden - zusammengekommen sind schliesslich rund 100 000 Franken zu wenig (bz vom 24. Oktober).

Folglich wäre der Theaterregisseur Wehrmüller wieder frei fürs Ziggi Zaggi. Dennoch steht seine Rückkehr nicht zur Debatte. Zumindest nicht für das kommende Jahr, denn um jetzt noch ein Programm aufzubauen, ist es viel zu spät, sagt Fritz Frey, Vizeobmann des Organisationskomitees. «Abgesagt ist abgesagt.» Die Aufführungen würden bereits im Januar beginnen. «Die ursprünglich angefragten Cliquen haben sich längst auf die Suche nach anderen Angeboten gemacht.»

Türen für Wehrmüller noch offen

Doch das OK-Team des Ziggi Zaggi will seinem ehemaligen Leiter nicht definitiv den Rücken zukehren. «Wehrmüller war zwar der Hauptgrund, dass wir unsere Vorfasnachtsveranstaltung absagen mussten.» Dennoch: «Wenn es weiter gehen sollte, können wir uns vorstellen, Wehrmüller im nächsten Jahr wieder zu engagieren», meint Frey. Dafür müssten allerdings neue Verhandlungen geführt werden. Ob das Ziggi Zaggi einen erneuten Anlauf nimmt, besprechen die Organisatoren rund um Präsident Christian Braun im kommenden Januar.

Wehrmüller seinerseits kann sich durchaus vorstellen, beim Ziggi Zaggi wieder das Zepter zu übernehmen. «Das OK-Komitee und ich sind ja nicht im Streit auseinandergegangen.» Die Tatsache, dass das Ziggi Zaggi 2010 nicht stattfindet, lässt ihn nicht kalt. «Das Ziggi Zaggi ist für Muttenz eine tolle Plattform und somit eine wichtige Veranstaltung», sagt er. Bereits im Jahr 2007 musste die Produktion, nach einigen Jahren des Dahinsiechens eingestellt werden. «Ich war damals interessiert daran, das Ziggi Zaggi wieder aufzubauen.» Zwei Jahre lang - 2008 und 2009 - ist die Produktion denn auch auferstanden. Das sei eine tolle Herausforderung gewesen, bestätigt Wehrmüller.

Hinzu kommt, dass der Primarlehrer schon an einigen anderen Theatern Regie geführt hat, unter anderem am Förnbacher Theater in Basel. Die Theatergruppe «Rattenfänger» hat er im Jahr 1989 gar gegründet. «Ich würde an jedes Theater zurückkehren, wenn man mich anfragen würde», sagt er. Trotz des momentan bitteren Tiefschlags bereut Wehrmüller nicht, das Angebot des Charivari angenommen zu haben. «Bereuen kann man nur, wenn ein Fehler passiert ist.» In diesem Falle habe es aber nichts mit einem Fehler zu tun.

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