Produkteentwicklung

Unsere Ideen sind nicht kostenlos

Ob Zahnpasta, Erfrischungsgetränk oder Sackmesser — die Liste von Produkten, die Firmen gemeinsam mit Konsumenten entwickeln, ist lang. Allein die Migros hat mit ihren 75 000 registrierten «Migipedia»-Nutzern rund 60 Produkte in die Regale gebracht.

Während früher die Firmen das Angebot festlegten, sind es heute immer mehr die Konsumenten, die bestimmen, welche Produkte auf den Markt kommen. Aber zu welchem Preis? Indem Firmen die Leute um Ideen bitten, werden diese, ohne es zu merken, zu Mitarbeitenden – ohne Entlöhnung versteht sich. Auf den ersten Blick ist dies unproblematisch, vielleicht sogar eine Ehre für die Kunden, wenn ein Produkt nach ihren Bedürfnissen lanciert wird.

Doch wir stimmen nicht nur gratis ab, sondern bezahlen in Zukunft vielleicht sogar dafür: Je mehr wir mitmachen, desto mehr Daten wandern zum Unternehmen. Wir werden durchschaubarer – wir werden gläsern. Die Firmen dürfen dies nicht ausnutzen. Denn sollten sie unsere Informationen im grossen Stil verknüpfen, verkaufen, missbrauchen, würden wir einen hohen Preis für unsere «Hilfe» bezahlen.

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