Polemik

Schweizer Fernsehen – du kannst es ja

Das WM-Team vom Schweizer Fernsehen: Hintere Reihe: Lukas Studer, Sascha Ruefer, Paddy Kälin und Rainer Maria Salzgeber. Vordere Reihe: Matthias Hüppi, Patrick Schmid, Dani Wyler, Bernard Thurnheer und Dani Kern.

Das WM-Team vom Schweizer Fernsehen: Hintere Reihe: Lukas Studer, Sascha Ruefer, Paddy Kälin und Rainer Maria Salzgeber. Vordere Reihe: Matthias Hüppi, Patrick Schmid, Dani Wyler, Bernard Thurnheer und Dani Kern.

Das Schweizer Staatsfernsehen kam während der WM in Brasilien nicht gut an. Kritik und Häme musste es einstecken. Doch ein Vergleich mit den ausländischen Kollegen stimmt uns wieder versöhnlich. Eine Polemik.

Was haben wir doch unser aller Staatsfernsehen während der Fussball-WM gescholten: brötige Analyse hier, marktschreierische Kommentatoren da, falsche Krawatte hier, naiver Jubel-Journalismus da. Einfach unterste Schublade, was aus Leutschenbach kommt.

Dabei ist alles halb so schlimm, wie meine dreiwöchige Ferienreise durch Frankreich gezeigt hat. Im Gegensatz zur Schweiz war es in der Grande Nation (immerhin 62 Millionen Einwohner) nicht möglich, sämtliche Spiele auf dem öffentlichen Free-TV anzuschauen. Selbst Achtel- oder Viertelfinalpartien wurden nur auf bezahlten Kanälen übertragen.

Noch schlimmer: Das Pausenprogramm von TV1, dem grössten Sender des Landes? 15 Minuten Werbung. In Zürich gaben sich Alain Sutter und Schiedsrichter-Hirte Carlo Bertolini immerhin alle Mühe, etwas halbwegs Sinnvolles zu faseln.

Die Nachberichterstattung zur WM hat mich definitiv mit SRF versöhnt: emotionslose, faktenarme «Heute Journal»-Öde auf ZDF da, anregende, vielseitige, emotional wie intellektuell ansprechende «10 vor 10»-Sendung hier. SRF, du kannst es ja. Die Gebührenrechnung ist zwar immer noch zu hoch, doch unsere Kritik fiel zwischenzeitlich etwas gar unerbittlich aus. (ssm)

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