Damit legen die Initianten des Internetvergleichsdiensts den Finger auf den wunden Punkt: Wer das Gütesiegel ablehnt, räumt ein, zuzulassen, dass lusche Firmen für ihn auf Kundenfang gehen.

Dabei braucht es Druck von aussen, damit in den Chefetagen grosser, aber auch kleinerer Anbieter im Krankenkassenwesen ein Kulturwandel stattfindet. Es geht nicht an, auf Teufel komm raus neue Kunden im gewinnbringenden Zusatzversicherungsgeschäft zu akquirieren. Das funktioniert aber nur dann, wenn Vertriebsleute einen Bonus erhalten, wenn sie konsequent dafür sorgen, dass sich Vermittler korrekt verhalten. Vermittler, die Kunden aufs Kreuz legen, um eine fette Provision zu bekommen, müssen subito vor die Türe gestellt werden. Schwarze Schafe können ruhig auch einmal an den Pranger gestellt werden.

Blauäugig ist anzunehmen, dieser Kulturwandel könne allein durch Branchenvereinbarungen herbeigeführt werden. Nötig sind wirksame Sanktionen gegen fehlbare Krankenversicherer. Das kann der öffentlich gemachte Entzug eines Labels sein. Aber auch die Kassenaufseher dürften ruhig einmal einem Chef eine gelbe oder gar rote Karte zeigen. Möglichkeiten dazu gibt es.