Kommentar

Verkehrsbalance hat ihren Preis

Die öffentlichen Verkehrsmittel rentieren im Kanton Solothurn nicht. (Symbolbild)

Die öffentlichen Verkehrsmittel rentieren im Kanton Solothurn nicht. (Symbolbild)

An den Resultaten ist nicht zu deuteln. Der öffentliche Verkehr in der Schweiz rentiert nicht. Bloss 18 der über 1400 Strecken im regionalen Personenverkehr finanzieren sich selber. Im Kanton Solothurn ist es nicht anders. Keine der 59 Strecken kann als rentabel gelten.

Eine Überraschung ist das nicht. Höchstens das Ausmass der Abhängigkeit von öffentlicher Subventionierung sowie die regionalen Unterschiede frappieren. Sowie die Tatsache, dass das Geheimnis der Unrentabilität des regionalen öV mit einem Datenherausgabegesuch gelüftet werden musste.
Die Forderung nach Schliessung besonders subventionsabhängiger Strecken ist naturgemäss rasch erhoben. Denn die vordergründige Logik lautet: Was nichts abwirft (oder zumindest seine Kosten nicht deckt), ist nichts wert. Eine fatale Fehleinschätzung in einem ebenso kleinräumigen wie weitläufigen Land wie dem unseren, das zwischen Verkehrskollaps in den Agglomerationen und Gewährleistung von Service public auf dem Land schwankt.

Die zunehmend fragile Balance zwischen Abreiz vom motorisierten Individualverkehr und Anreiz für den öffentlichen Verkehr hat ihren Preis. Er schlägt sich mitunter in nicht rentablen Strecken des regionalen Personenverkehrs nieder. Das ist erstens logisch und zweitens politischer Wille. Nicht mehr und nicht weniger.

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Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

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