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Olten sehen . . .

Was hat Olten, was Solothurn nicht hat? (Archivbild)

Was hat Olten, was Solothurn nicht hat? (Archivbild)

Was hat Olten, was wir nicht haben? Diese Frage dürfte sich der eine oder andere Tourismusdirektor zwischen Boden- und Genfersee spätestens jetzt stellen. Jetzt, da die Stadt Olten gratis und franko zu einem ellenlangen Gratisspot(t) am Staatsfernsehen gekommen ist. Kein Geringerer als der letzte noch verbliebene TV-Satiriker, Dominic Deville, hat sich am Sonntagabend zum Promotor der Drei-Tannen-Stadt gemacht.

Nun gut, das Gezeigte war nicht wirklich schmeichelhaft. Und Stadtpräsident Martin Wey hat sich im Bemühen, wenigstens die gröbsten der von Deville genüsslich kolportierten Vorurteile zu entkräften, nicht gerade bravourös geschlagen.

Doch was will man mehr: Die Schweiz spricht über Olten. Ob gut oder schlecht, das spielt dabei gar keine Rolle. Und weil Devilles Urteil über Olten derart vernichtend war, wird es sich in der Wirkung geradezu ins Gegenteil verkehren: In Scharen wird das Fernsehpublikum nun sehen wollen, ob es in Olten tatsächlich so schrecklich ist, wie es der Satiriker behauptet hat.

Und bald wird es Land auf, Land ab nur noch so von Leuten wimmeln, die – frei nach Freiherr Wolfgang von Goethe –bezeugen werden, dass man heutzutage nicht mehr Neapel, sondern Olten gesehen haben muss, bevor man dann getrost sterben kann.

urs.mathys@chmedia.ch

Autor

Urs Mathys

Urs Mathys

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