Persönlich

Nachdenken statt explodieren

Auf Twitter findet man selten konstruktive Diskussionen.

Auf Twitter findet man selten konstruktive Diskussionen.

Seit letzter Woche bin ich wieder auf Twitter. Meinen ehemaligen Account habe ich gelöscht, weil mir die Plattform auf die Nerven ging. Jetzt weiss ich auch wieder, warum: Auf Twitter haben die User die Welt bereits verstanden, konstruktive Diskussionen findet man selten. Ähnlich sieht es auf Facebook aus. Ich möchte meinen Kopf auf die Tastatur hauen, wenn ich daran denke, wie viel Zeit ich früher auf Facebook verschwendet habe.

Dass Debatten in den sozialen Medien häufig nicht lösungsorientiert verlaufen, ist keine neue Beobachtung. Aber mich irritiert, dass wir noch keine Alternative dazu gefunden haben. Denn ehrliche Debatten bringen uns weiter, weil sie auch ein Realitätscheck sind: Wir merken, ob unsere Meinung tatsächlich auf Fakten beruht. Oder ob wir uns eben doch nicht so gut mit einem Thema auskennen, wie wir gemeint haben.

Sollte Letzteres eintreffen, ist das doch vor allem eine Chance: Wir können anfangen, uns ehrlich und umfassend zu informieren. Und dann unsere Meinung behalten, oder uns die Freiheit nehmen, unsere Meinung zu wechseln. So oder so werden wir später bessere Diskussionen führen können. Denn wer seine Fakten kennt, muss nicht emotional oder ausfallend werden.

rebekka.balzarini@chmedia.ch

Autor

Rebekka Balzarini

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