Kommentar

Mehr als ein Papiertiger

Die Region Grenchen will ein Agglomerationsprogramm.

Die Region Grenchen will ein Agglomerationsprogramm.

Nachdem die Gemeinden Lengnau, Grenchen und Bettlach begonnen haben, sich als «Jurasonnenseite» gemeinsam als Wohnstandort zu vermarkten, ist es nicht mehr als folgerichtig, dass auch hinsichtlich der Verkehrsinfrastrukturen ein koordiniertes Vorgehen gewählt wird. Insbesondere, wenn es gilt, an die Honigtöpfe des Bundes heranzukommen. Dass für die Erarbeitung der nötigen Grundlagen viel Schreibtischarbeit nötig ist, wurde inzwischen erkannt, gilt es doch Planungsprofis auf Bundesebene zu überzeugen, die schon die vierte Generation von Aggloprogrammen verarbeiten. Die Hürde ist da für einen kleinen Newcomer wie die Region Grenchen enorm hoch.

Ebenso hoch ist aber der Handlungsbedarf. Insbesondere Lengnau und Grenchen sind bauliche Boomgemeinden und auch die industrielle Entwicklung ist in vollem Gange. Von einem Aggloprogramm rasche Lösungen zu erwarten, wäre aber falsch. So wäre es beispielsweise verfrüht, eine zusätzlich Bahnunterführung ins Programm zu drücken, wo klar ist, dass die SBB zuvor das ganze Gleislayout am Südbahnhof anpassen müssen. Oft steckt der Teufel im Detail.

Die Hausaufgaben im Kleinen zu machen und die richtigen Zeichen zu setzen, das ist der Beitrag, den die drei Gemeinden schon jetzt leisten können – und auch müssen. Das Agglomerationsprogramm wird in der Zukunft vor allem mithelfen, die eingeschlagene Pace und Richtung zu halten.

andreas.toggweiler@chmedia.ch

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