Persönlich

Lustig, nicht lustig? Gut gegen Böse?

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Es ist so eine Sache mit der Fasnacht. Früher, als in der Familie noch gejasst wurde, hiess es jeweils an die Adresse der Zuschauer: «Nichtspieler Maul halten!» Recht so. Und weil dem so ist, müsste ich jetzt auf den Mund sitzen. Doch anders als beim Jassen wird man bei der Fasnacht nicht so ohne weiteres zum Unbeteiligten. Die Fasnacht ist überall. Wobei mir ein Gewährsmann aus Honolulu versichert hat, die Fasnacht sei Ende Februar mit Gewissheit vorbei. Und bis dahin passiere auch nicht viel.

Nun, wenn es sich so verhält – tant mieux. Wobei mir mein Informant nicht verraten hat, von welcher Fasnacht er es hatte. Zwar erahnte ich, dass es sich um fasnächtliches Treiben in einer eher legendären als zwei Jahrtausende alten Stadt geht, doch eine Bestätigung gab es nicht. Und deshalb könnte meine Auskunftsperson auch vom Zürcher Sechseläuten gesprochen haben, das zuweilen auch «Bonzenfasnacht» geschimpft wird.

Oder etwa gar vom World Economic Forum? Nicht auszuschliessen. Denn in der Leuchtenstadt, die auch nicht gerade als unfroh gilt, fragte ein Kind seinen Vater beim Samstagseinkauf im Angesicht einer Anti-WEF-Demo: «Papi, so einen schönen Fasnachtsumzug mit einer so tollen Guggemusig habe ich noch nie gesehen!» Der Vater war so klug, das flüchtige Kinderglück nicht zu zerstören, indem er den Sprössling darauf hingewiesen hätte, es gehe im Leben nicht nur um lustig oder nicht lustig, sondern auch um Gut gegen Böse. Oder umgekehrt.

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