Persönlich

Herbstferien, Teil 1

«Das Knie wurde dick und dicker im Lauf des Tages. Doch der Vorsatz war schliesslich gefasst: Du gehst in die Höhe.»

Das Unheil fängt meist vor dem Ereignis an, um das es geht. Mir jedenfalls ist das Phänomen durchaus geläufig. Dieses Mal begab es sich so: Zwei Tage, bevor ich mich anschickte, ein paar Tage Höhenluft zu schnuppern, tat ich morgens einen Fehltritt, den ich anfänglich der Kategorie vernachlässigbar zuordnete. Was, zugegebenermassen, eine kühne Entscheidung war. Und vor allem eine, die alsbald Lügen gestraft wurde.

Das Knie wurde dick und dicker im Lauf des Tages. Doch der Vorsatz
war schliesslich gefasst: Du gehst in die Höhe. Und zwar heute. Was ich denn auch tat. Unter notorisch überreiztem männlichem Schmerzempfinden, versteht sich. Aber immerhin erfolgreich. Bis ich mir anderntags eingestehen musste: Das wird so nichts. Man muss nach menschlichem Ermessen etwas unternehmen.

Also brachte mich das Postauto ins Center da Sanadad in Savognin.
Und siehe da: Auch dort war man der Meinung: Man muss etwas unternehmen. Nun, am Ende verliess ich das Center mit einer Tüte Medikamente – und zwei Stöcken. Erstversorgung vom Feinsten – ohne jeden Anflug von Ironie, wohlverstanden.

Doch welcher Chirurg nimmt heute noch das Arthroskop in die Hand, wenn kein MRI vorliegt? Eben. Und deshalb führte die Reise zwei Tage später über den Julier nach St. Moritz. Klar, ich wollte ja Herbstferien. Und nun hatte ich sie. Fortsetzung folgt.

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