Das Amtsgericht war gnadenlos. Es sprach einen Chauffeur der missbräuchlichen Verwendung von Kontrollschildern, des Führens eines Motorfahrzeugs ohne Fahrzeugausweis, des Überschreitens des Gewichts um 30,01 bis 30,35 Prozent sowie des Überschreitens der Achslasten zwischen 15,01 und 25 Prozent schuldig. Das Verdikt: Busse von 1500 Franken und Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu 40 Franken, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren. Und die Verfahrenskosten von 3000 Franken obendrauf.

Nun, meine persönliche Betroffenheit hält sich in Grenzen. Weder habe ich einen Führerschein noch einen Fahrzeugausweis, noch ein Motorfahrzeug mit zwei Achsen. Und dennoch berührte mich der Fall, der über das Obergericht bis zum Bundesgericht führte. Grund für mein Interesse waren weniger die technischen Unzulänglichkeiten als vielmehr die Argumentation des Chauffeurs, die gerichtlich gerügte Übertretung habe nicht auf solothurnischem, sondern auf bernischem Gelände stattgefunden. Ergo sei der Gerichtsstand im Kanton Bern und nicht im Kanton Solothurn.

«Lausanne» ist präzis wie fast immer. Und führt in der Causa aus: «Die Straftat ist mithin an mehreren Orten verübt worden.» Wobei in einem solchen Fall die Behörden des Ortes zuständig seien, an dem zuerst Verfolgungshandlungen erfolgt sind. Und das war bei der Wägung auf dem Werkhof in Oensingen SO. Auch wenn die Polizei den Chauffeur und sein Gefährt zuerst in Wangen an der Aare BE gesichtet hatte. So weit, so klar.

Ich halte es einstweilen mit der Bahn. Die fährt zwar nicht immer und nicht immer pünktlich, aber sie landet gewiss nie auf dem Werkhof in Oensingen. Und ihre Passagiere auch nicht. Das beruhigt enorm.

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