Persönlich

Goldener Stern statt Punkte

Auch diejenigen Restaurants, die nicht im Gault Millau zu finden sind, müssen sich beweisen. (Symbolbild)

Auch diejenigen Restaurants, die nicht im Gault Millau zu finden sind, müssen sich beweisen. (Symbolbild)

Wenn es eine Lehre aus den vergangenen Wochen und Monaten gibt, dann diese: Wir lechzen nach Einordnung. Von Zahlen und Fakten. Von Trends und Prognosen. Recht so, solange wir nicht die falschen Schlüsse daraus ziehen. Und das gilt nicht nur für ... Corona. Nein, es hat seine Gültigkeit auch für jene Köche, die sich jüngst wieder Punkte an die Kochschürze applizieren lassen durften.

Nun, ich gönne es den Ausgezeichneten – gefühlt werden es immer mehr in immer mehr Kategorien – von Herzen. Wer einmal einen Blick in eine Spitzenküche werfen durfte, weiss: Das ist harte, sehr harte Arbeit. Nicht nur für den Chef, sondern auch für seine Brigade. Den Service inbegriffen. Im wörtlichen Sinn.

Und was ist mit all jenen, die weder Sterne noch Punkte haben? Sie, welche die immer noch die Mehrheit ausmachen? Sie stehen vor den gleichen Herausforderungen. Einziger Unterschied: Sie müssen nicht den Ansprüchen der «Fressbibeln» entsprechen, sondern den eigenen Genüge tun. Und das ist anstrengend genug. Auch in der Beiz im Quartier, die es zum Glück noch gibt. Ich hänge ihr zur Feier von Tag eins nach Gault Millau einen goldenen Stern ums Wirtshausschild.

balz.bruder@chmedia.ch

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Balz Bruder

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