Korps-Integration

Erfahrungsbericht mit Signalwirkung?

Die Oltner Stadtpolizei gibt es nicht mehr. (Archiv)

Die Oltner Stadtpolizei gibt es nicht mehr. (Archiv)

Nach gut einem Jahr ziehen Stadtbehörden und Kantonspolizei Bilanz zur Integration des Oltner Korps. Sie fällt positiv aus. Die Zielsetzungen der Integration wurden erfüllt und die neuen Strukturen funktionieren gut, heisst es.

Die Schaffung einer Einheitspolizei in der Stadt Olten scheint sich bewährt zu haben. Zu diesem Schluss kommt auf jeden Fall die Kantonspolizei, die am Dienstag über das erste Jahr seit der Fusion Bilanz zog. Diese fällt äusserst positiv aus: Insgesamt ist die Integration positiv verlaufen. Die Zielsetzungen und Erwartungen des Projektes sind erfüllt worden und die neuen Strukturen funktionieren gut. Bedenken über den Verlust des Sicherheitheitsgefühls haben sich als unbegründet erwiesen. Objektiv ist nach Angaben der Polizei gar ein Rückgang der Straftaten zu verzeichnen.

Eine Beurteilung in eigener Sache ist immer mit einer gewissen Vorsicht zu geniessen. Zum Beispiel Feststellungen hinsichtlich Bürgernähe, Präsenz und Flexibilität der Polizei. Fakt ist aber, dass grössere Veranstaltungen wie Fasnacht, Chilbi und EHCO-Spielbetrieb problemlos bewältigt werden konnten. Das lässt das Loblied der Polizei auf ein gutes Zusammenwirken mit den städtischen Behörden in einem glaubwürdigen Licht erscheinen.

Anders als zum Beispiel im Kanton Bern, wo die Gemeinden Polizeidienstleistungen beim Kanton einkaufen müssen, ist im Kanton Solothurn die Kantonspolizei für das ganze Kantonsgebiet zuständig. Eigene Polizeikorps betreiben die Städte auf freiwilliger Basis. Olten hat diese Freiwilligkeit vor einem Jahr aufgegeben bzw. unter Finanzdruck aufgeben müssen.

Das positive Echo aus Olten könnte Signalwirkung haben und auch in Solothurn sowie Grenchen, wo bis jetzt die Idee einer Einheitspolizei auf Ablehnung stiess, ein Umdenken bewirken. Doch in der Politik ist es nicht anders als in der Wirtschaft: In guten Jahren werden Synergien nur dort genutzt, wo es nicht wehtut. Weiter geht man erst, wenn das Geld rar wird. Auch in Olten wurde die vor einem Jahr umgesetzte Fusion zwischen der Stadtpolizei und der Kantonspolizei erst durch den Finanzdruck möglich. Jetzt spricht aber zusätzlich ein positiver Erfahrungsbericht für eine Einheitspolizei. Dieser dürfte die bereits entfachte Diskussion in der Stadt Solothurn befeuern.

beat.nuetzi@azmedien.ch

Meistgesehen

Artboard 1