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Die Intoleranz der Toleranten

«Black Lives Matter» ist eines der Themen, welches je nach Meinung viel Gegenwind erzeugt.

«Black Lives Matter» ist eines der Themen, welches je nach Meinung viel Gegenwind erzeugt.

Wer mit seiner Meinung nicht dem gesellschaftlichen Mainstream folgt, ist harschem Gegenwind ausgesetzt. Die Diktatur der «Political Correctness» nimmt immer aggressivere Formen an. Doch ist die Meinung, welche gerade in einen gesellschaftlichen Trend passt, auch wirklich immer die einzig richtige Meinung?

Wer es wagt, die ganzen Coronamassnahmen und den Medienhype darum herum zu hinterfragen, wird gleich als Coronaleugner und Verschwörungstheoretiker verunglimpft. Auch Bundesrat Ueli Maurer stellte kürzlich in einer Rede besorgt fest, dass man zu gewissen Themen die Meinung nicht mehr laut äussern dürfe.

Wer vor einigen Jahren den zunehmenden Islamismus in Frage stellte und die Migrantenströme nach Europa kritisierte, wurde gleich als islamophob und unmenschlich hingestellt. Heute erkennt jeder, welche Gefahr davon ausgehen kann.

Und nur wer Greta Thunberg zujubelt, so gibt man zu verstehen, ist ein guter Mensch.

Wer die «Black-Lives-Matter»-Kundgebungen in der Schweiz missbilligt, wird als Rassist gebrandmarkt, und in den sozialen Medien hagelt es umgehend nicht druckreife Hassnachrichten. Sogar Zusammenarbeitsverträge werden gekündigt, weil man nicht ins gleiche Horn bläst und es wagt, Kritik zu üben.

Institutionen und Vereine, welche unangenehme Themen ansprechen, welche nicht in den Mainstream passen, werden regelrecht dem medialen Kreuzfeuer geopfert und mittels Drohungen und Gewalt eingeschüchtert. So musste kürzlich eine Veranstaltung von Lebensschützern aufgrund massiver Drohungen linker Gruppierungen abgesagt werden, weil selbst die Polizei den Schutz der Teilnehmer nicht garantieren konnte. Wer für eine Ehe allein zwischen Mann und Frau einsteht, wird sogleich als homophob und rückwärtsgewandt denunziert.

Eine kleine Gruppe politisch aktiver Frauen will uns weismachen, dass es Ausdruck mangelnder Demokratiequalität sei, wenn sie nicht zu gleichen Teilen an der Politik teilhaben dürften. Wer dies anders sieht und einfach die fähigsten Politiker wählt, wird als frauenfeindlich verurteilt.

Wer also nicht gefälligst eine links-grüne Frau mit möglichst allen oben genannten Trend-Eigenschaften wählt, gehört ausgegrenzt und angeprangert, denn er schadet ja unserer Demokratie. Dies hat System. Das freie Äussern einer nicht im Trend liegenden Meinung erfordert zunehmend polizeilichen und juristischen Beistand. Veranstalter sind plötzlich mit hohem Sicherheitsaufwand konfrontiert, weil man sich vor den ach so toleranten linken Meinungsdiktatoren schützen muss. Nur wer das «Mainstream»-Gedankengut mitträgt, wird toleriert.

Deshalb stellt sich durchaus die Frage: Ist es einer Demokratie würdig, wenn man seine Meinung nicht mehr (laut) äussern darf? Haben wir es verlernt, andere Meinungen zu akzeptieren und stehen zu lassen? Ist es nicht mehr erlaubt, öffentlich Fragen zu stellen und sich zu widersetzen, temporären und im öffentlichen Trend liegenden Bewegungen einfach blind hinterherzulaufen?

Dies wäre brandgefährlich. Denn die Demokratie ist eine Regierungsform, die freie Diskussion voraussetzt. Sie lebt geradezu von Vielfalt und verschiedenen Ansichten. Lassen wir uns davon nicht abhalten.

Beat Künzli, SVP-Kantonsrat, Laupersdorf.

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