Persönlich

Der Passwang – einst und jetzt

Ein Lastwagen windet sich die Passwangstrasse auf der Nordseite hinauf zur Passhöhe

Ein Lastwagen windet sich die Passwangstrasse auf der Nordseite hinauf zur Passhöhe

Noch bis vor ein paar Jahren massen die Dornecker und Thiersteiner das Wohlwollen des Kantons gegenüber dem Schwarzbubenland daran, wie viele Millionen Franken «Solothurn» jährlich in den Strassenunterhalt nördlich des Juras steckte. Forderungen nach «guten Strassen», ja, gar nach dem Bau eines Passwang-Basistunnels wurden mit der Notwendigkeit untermauert, so den innerkantonalen Zusammenhalt fördern zu müssen.

1976 prüfte der Kanton das Projekt eines 1200 Meter langen Passwang- Basisdurchstichs tatsächlich ernsthaft, es wurde aber angesichts der leeren Kassen von Bund und Kanton ebenso aufgegeben wie ein letzter Anlauf in den 1980er-Jahren. Umso lauter erklangen darauf die Rufe, die Passwang-Passstrasse umfassend zu sanieren. 2013 sprach der Kantonsrat dafür einen ersten Kredit von fast 14 Mio. Franken; ein weiterer von fast 8 Mio. folgte später und Ende letzten Jahres bewilligte das Parlament für die zweite Bauetappe weitere 25 Mio. Franken.

Nun aber ist nichts mehr, wie es früher war: Bereits im Kantonsrat votierten im Dezember mehrere Schwarzbuben- Vertreter gegen den 25-Mio.-Kredit. Sie wollen jetzt sogar ein überparteiliches Komitee bilden, das Unterschriften für ein Referendum gegen den «Irrsinn» von «Solothurn» sammeln soll. Die Sanierung werde nur zusätzlichen Schwerverkehr anlocken – die Identifikation der Schwarzbuben mit dem Kanton hänge nicht an der Passwangstrasse, lautet nun der Tenor. Ja, die Zeiten ändern sich – wir uns mit ihnen.

urs.mathys@chmedia.ch

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Urs Mathys

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