Persönlich

Das waren sie also, die Filmtage

Die Solothurner Filmtage sind vorbei.

Die Solothurner Filmtage sind vorbei.

Das ist wohl dem empfindsamen Gemüt zuzuschreiben. Immer wenn Anlässe, auf die ich mich freue, weil sie Leben, Farbe, Bewegung in den Alltag bringen, zu Ende gehen, überkommt mich bodenlose Wehmut. Nein, nicht über den einen oder anderen Film, den ich dann noch nicht gesehen habe, nicht über den Apéro, an dem die besten Häppchen gereicht wurden, nicht die Diskussionsrunde, die aufnahm, was unter den Nägeln brannte.

Es ist vielmehr das Gefühl, dass nun alles unwiederbringlich vorbei ist. Auch der erhabene Eindruck, dass alle Augen in diesen Tagen auf die Stadt gerichtet sind, die gleichsam als Kapitale des Schweizer Films gelten darf. Aus, vorbei. Die Heerscharen von Rentnern machen nun andere Strassenpflaster unsicher, die Solothurner erobern sich ihre Stadt zurück, die Schauspieler, Produzenten und Cineasten kämpfen wieder ums Überleben, und die Schenkeli, Schlüferli und Berliner sind nun nicht schon am Mittag ausverkauft.

Das hat ja in der Tat alles sein Gutes. Damit werde ich mich aber nie abfinden können: Dass der Schweizer Filmpreis abwechselnd in Genf oder Zürich verliehen wird, kann ich partout nicht verstehen. Das Warten auf den 22. März wäre dann so etwas wie eine künstliche Verlängerung der Filmtage. Und es würde sich bei mir das wohlige Gefühl einstellen, dass der Anlass eigentlich gar nie zu Ende geht, weil die Scheinwerfer nie ganz ausgehen.

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Balz Bruder

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