Persönlich

Das Beste am Herbst

Die Autorin ist froh, dass die Insekten weg sind.

Die Autorin ist froh, dass die Insekten weg sind.

Ich gebe es zu, ich bin kein Sommerkind. Ich finde Temperaturen über 25 Grad nur mit einem Eis in der Hand und den Füssen in der Aare erträglich, ansonsten gehen sie mir auf die Nerven. Dass der Herbst endlich Einzug gehalten hat, freut mich darum ungemein. Das Beste am Herbst sind aber nicht die kühleren Tage, die gemütlichen Pullover und die Marroni, die man endlich wieder kaufen kann. Das Beste ist, dass man endlich alle elenden Insekten los ist, die einem sonst den Tag verderben.

Ganz oben auf meiner roten Liste stehen die Fruchtfliegen. Sie kommen im Frühling, sobald man ein paar Erdbeeren fünf Minuten in der Küche stehen lässt, und sie gehen nie, nie wieder weg, trotz Fliegenfalle, fleissigem Putzen und konsequentem Wegschliessen aller Lebensmittel. Sie geben mir jeweils das Gefühl, in einer verwahrlosten Wohnung zu leben und mein Leben nicht im Griff zu haben. Dass sie jetzt reihenweise abserbeln, geschieht ihnen deshalb recht.

Ebenso den Wespen, die mir im Sommer das Sandwich streitig machen, und den Spinnenasseln, die in unserem Keller hausen und im Sommer den Weg bis zu mir in den dritten Stock finden. Anstatt über den Nebel zu jammern sollten wir uns darüber freuen, dass wir unser Obst wieder ohne Sorgen auf dem Küchentisch lagern und unser Mittagessen ungestört im Freien geniessen können. Auch wenn wir dafür mindestens zwei Decken brauchen.

rebekka.balzarini@chmedia.ch

Autor

Rebekka Balzarini

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