Windpark

Wer zu spät kommt, den bestraft die Justiz

Ansicht des Windparks von Leuzigen her gesehen.

Ansicht des Windparks von Leuzigen her gesehen.

Beschwerden der Umwelt- und Naturschutzverbände gegen den Windpark Grenchen sind vom Tisch.

Otto Normalverbraucher, der noch nie in ein Rechtsverfahren verwickelt war, reibt sich da nur verwundert die Augen: Weil läppische 1500 Fränkli nicht fristgerecht einbezahlt wurden, können die vier Umwelt- und Naturschutzverbände nun einfach einpacken. Ausgerechnet sie, welche mit Sicherheit die stärksten Argumente gegen das Projekt Windpark auf dem Grenchenberg ins Feld geführt hätten, da kann man eigentlich nur noch lachen. Aber: Gesetz ist Gesetz: Wird der Kostenvorschuss für ein Verfahren nicht fristgerecht bezahlt, ist das Verfahren «gestorben», ohne wenn und aber. Die betroffene Berner Anwältin jedenfalls hat wohl nichts zu lachen, auch wenn sie eigentlich keine Schuld trifft.

Ins Fäustchen lachen dürfte sich aber manch einer der Windpark-Befürworter, allen voran die Projektverfasserin selber, die SWG. Zwar räumt man dort ein, dass deswegen der Windpark noch lange nicht steht, aber eins steht fest: Schwierige Gegner sind aus dem Rennen genommen worden. Denn wenn ein Gericht dem Umwelt- und Landschaftsschutz stärker gewichtet und beispielsweise entschieden hätte, dass statt der sechs nur vier Windanlagen erstellt werden dürfen, wäre die wirtschaftliche Rentabilität dahin – und damit wohl auch das ganze Projekt. Jetzt bleibt abzuwarten, wie die anderen Einsprachen abschneiden. Inhaltlich unterscheiden sie sich nur unwesentlich von denen, die durch das Debakel nun nicht mehr behandelt und auch nicht weitergezogen werden können. Immerhin diese Beschwerdeführer bleiben im Rennen: Sie haben ihren Kostenvorschuss rechtzeitig bezahlt.

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