Apropos

In Grenchen wird man oft falsch, aber nicht schlecht, verbunden

In der Grenchner Sportszene hat man hie und da Jemand falsches am Telefon.

In der Grenchner Sportszene hat man hie und da Jemand falsches am Telefon.

Nein, hier ist nicht Aubry – hier ist Amodio» – Mamma mia...! «Dann sind sie also nicht, wie im Internet auf football.ch unter FC Grenchen aufgeführt, die Abwartin des Stadion Brühls...?» «Nein, oder tönt es vielleicht so?»

Tja, wo er recht hat, hat er recht – es gibt cleverere Fragen. Eine derart testosteronal, tiefergelegte Frauenstimme gabs nicht Mal zu Zeiten der vollgepumpten, flachbusigen DDR-Kampffregatten. Da müsste ja jedes Haferflöckli im Morgenmüesli anabol stereoisiert sein... «Sagen sie dem FC Grenchen», bellt Amodio, «die sollen endlich diese Nummer korrigieren.» Hier, verstanden, Chef! Seit zwei Jahren kriege er nämlich regelmässig Anrufe, die sich nach Frau oder Herr Aubry erkundigten, zürnt es den leicht Belasteten. Und er macht dabei ganz und gar nicht den Eindruck, als ob er seinen wie aus einer virtuos vollendeten Verdi-Oper so wohlklingenden Namen französisch kolorieren wollte.

Nun, wenn wir uns trotz falscher Verbundenheit schon so nett unterhalten, kann ja Mal nachfragen: «Wer sind sie denn...?» «Eben – Antonio Amodio.» «Und Sie haben gar nichts mit dem FC Grenchen zu tun?» «Nein, und ich will es auch gar nicht!» Hugh! Schliesslich sei er der Häuptling von Wacker Grenchen. In der Tat, welch Zufall: Antonio Amodio alias Frau Aubry ist Trainer des lokalen Drittligisten und damit eventuell bald schon Ligakonkurrent des FCG. «Früher», kommt es Amodio in den Sinn, «war ich Mal Trainer der Grenchner D-Junioren in der Coca Cola League.» Damals, als der FC Wacker und Fulgor Grenchen plus Bettlach noch gemeinsame, regionale Auswahl-Nachwuchsteams stellten. Inzwischen ist der FC Grenchen aus diesem Verbund ausgetreten.

Hmmm…, wer weiss – vielleicht sollte man das mit dem Mixen irgendwelcher Grenchner Fussballfunktionärs-Telefon-Nummern einmal zum Programm machen. Nur schon, damit alle Mal probieren können, wie es sich anfühlt, wenn man statt vier sich rivalisierende nur noch ein Verein wäre...

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