Kommentar

Die erste Hürde ist gemeistert

Der Grenchner Fussball blickt wieder sonnigeren Zeiten entgegen.

Der Grenchner Fussball blickt wieder sonnigeren Zeiten entgegen.

Der FC Wacker stimmt an einer ausserordentlichen Generalversammlung der Fusion mit dem serbelnden FC Grenchen zu. Für den Grenchner Fussball ist das ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ein Kommentar

Dass sich die Mitglieder des FC Wacker mit einer sehr deutlichen Mehrheit für eine Fusion mit dem maroden FC Grenchen entschlossen haben, ist ein mutiger und notwendiger Schritt. Wacker beweist mit diesem Entscheid sehr viel Grösse und Weitsicht und wird als Retter, als der Kleine, der den grossen FC Grenchen vor dem Untergang bewahrt hat, in die Geschichtsbücher eingehen.

In einer Zeit, in der sogar in Amateurligen gute sportliche Leistungen nur durch finanzielle Anreize erreicht werden können, in der sich die Klubs die guten Spieler gegenseitig abwerben, ist es überlebenswichtig, eine gemeinsame, starke Basis zu schaffen und sich das eigene Spielerportefeuille selber heranzuziehen. Nur wenn man am selben Strick zieht, kann aus Grenchen vielleicht wieder das werden, was es einst war: eine stolze Fussballstadt mit treuen Fans und verlässlichen Sponsoren.

Die glorreichen Zeiten des FC Grenchen sind längst Vergangenheit. Trotzdem darf man diesen Traditionsverein nicht vor die Hunde gehen lassen – sofern er sich nicht selber dazu entschliesst: heute Abend entscheiden nämlich die Mitglieder des FC Grenchen über die «Heirat ohne Scheidung». Eine Fusion, für die einige der langjährigen Mitglieder eine fette Kröte schlucken müssen. Eine Kröte namens FC Solothurn.

Es ist eine gute Idee, dass dieser dem FCG unter die Arme greifen will, mit Spieler- und Trainerpersonal. Aber: Der Schatten, über den die Skeptiker springen müssen, um sich vom Erzrivalen helfen zu lassen, ist dem einen oder anderen FCG-Mitglied vielleicht zu gross und er zieht es vor, mit wehenden Fahnen unterzugehen. Das allerdings wäre alles andere als klug.

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