Ganz am Schluss dieser Kolumne steht mein Name. Und jetzt raten Sie: Bin ich ein Mann oder eine Frau? Richtig: Anders als Othmar, Dietmar oder Sigmar ist Dagmar ein weiblicher Vorname. Er stammt – grob gesagt – aus dem Germanischen und ist vor allem in Dänemark verbreitet. Bloss ist das offenbar nicht allgemein bekannt.

Schon am Gymnasium versuchte eine Studentenverbindung, die laut ihren Statuten nur Männer aufnimmt, hartnäckig, mich als Mitglied zu gewinnen. Leider fehlte mir damals der Mut, mich zu melden. Sonst wäre ich heute vielleicht das einzige weibliche (Ehren-)Mitglied dieser Verbindung. Später gab es immer wieder Briefe, die an «Herrn Dagmar Heuberger» adressiert waren.

Und nun bekomme ich bei jeder Spam-Welle Mails von wahlweise russischen, ukrainischen und neuerdings auch asiatischen Frauen. In sehr mangelhaftem Deutsch versichern sie mir, sie seien wunderschön, absolut treu und wünschten sich nichts sehnlicher als einen verständnisvollen Ehemann und viele Kinder. Noch grotesker: In meinem Mail-Account landen stets auch mehrere Angebote, die mir «harte und lange Erektionen» sowie «mehr Lust am Sex» versprechen.

Gut, äusserst selten gibt es Männer, die Dagmar heissen. Wikipedia erwähnt einen einzigen: Dagmar Drewes ist ein deutscher Fussballspieler, der in der ersten Bundesliga-Saison 1963/64 bei Preussen Münster spielte. Ob die Spam-Versender ihn meinen? Er hat Jahrgang 1937.