So schnell kann es manchmal gehen: Gerade noch beschwerten sich Politiker hüben und drüben, dass sie sich aufgrund der scheinbar nebensächlichen Geschäfte während der Sommersession langweilten. Und dann lässt Aussenminister Didier Burkhalter ein Bömbchen platzen, er verkündet ohne Vorwarnung seinen Rücktritt. Sofort geht das Geschacher los: Parteien stellen Forderungen an Kandidatin: Sie soll weiblich, aus der lateinischen Schweiz und nicht allzu EU-freundlich sein – oder eben doch? 

Bis im Oktober ein neues Regierungsmitglied gewählt wird, schiessen noch die schönsten Spekulationen ins Kraut. Wer wird neuer Bundesrat? Treten nun auch Doris Leuthard, Ueli Maurer und Johann Schneider-Ammann zurück? Und wer wechselt ins Aussendepartement (EDA)? Hier noch eine Spekulation, die noch nirgends zu lesen war: Bundesrat Guy Parmelin hat keine Lust, sich an umstrittenen und politisch aufgeladenen Rüstungsgeschäften weiter die Finger zu verbrennen. Er will lieber die Welt bereisen und wechselt ins EDA. Seine Qualifikation: Er spricht eine Weltsprache, Französisch. 

Mehr Substanz als Spekulationen über Rücktritte und Rochaden lieferte gestern der «SonntagsBlick». Er belegt in einer «repräsentativen Umfrage», dass Johann Schneider-Ammann zurücktreten muss. Von 1100 befragten Personen wollte nur knapp ein Fünftel, dass er der Landesregierung erhalten bleibt. Nicht viel besser steht es allerdings um die beiden SVP-Bundesräte. Nur 27 Prozent (Ueli Maurer) beziehungsweise 31 Prozent (Guy Parmelin) sprechen sich für deren Verbleib im Amt aus. Ein Glück, dass die von der SVP lancierte Initiative zur Volkswahl des Bundesrats abgelehnt wurde.