Die türkische Intervention in Syrien ist ein Fehler, der neue Konflikte nach sich ziehen wird, der aber vermeidbar gewesen wäre. Alle Beteiligten tragen eine Mitschuld daran, dass es so weit gekommen ist.

Zwar kann man es der Türkei nicht verdenken, dass sie die Kurdenmiliz YPG nicht an ihrer Südgrenze haben will. Doch Ankara hatte in den acht Jahren des Syrien-Krieges genügend Zeit, sich mit den syrischen Kurden zu arrangieren; im Norden Iraks kommt Ankara schliesslich auch mit der dortigen Kurdenregierung aus.

Jetzt muss die Türkei mit neuen Anschlägen kurdischer Extremisten im eigenen Land rechnen.

Die syrische YPG hat sich auf die Unterstützung durch die USA verlassen und nichts unternommen, um der Türkei die Furcht vor einer kurdischen Autonomie zu nehmen. Jetzt dürften die Kurden ihre Selbstverwaltung wieder verlieren. Die USA wiederum haben mit der YPG kooperiert, obwohl sie wussten, dass sie damit den Nato-Partner Türkei gegen sich aufbringen würden.

Washington ging es nur um den Kampf gegen den IS mit Hilfe der Kurden – die Interessen der Türkei wurden ausgeblendet.

Nutzniesser werden der IS, Russland, Iran und Präsident Assad sein. Dagegen verlieren die USA weiter an Ansehen im Nahen Osten: Nachdem Trump seine kurdischen Partner im Stich gelassen hat, werden sich andere US-Verbündete in der Region überlegen, ob Russland nicht doch der verlässlichere Partner sein könnte.