Juliette Noto, die Terror-Verantwortliche der Bundesanwaltschaft, hat zweimal verloren. Mit einem Monsterprozess hat sie versucht, die Schweizer Tamil Tigers als kriminelle Organisation einzustufen. Mit einem Musterprozess hat sie versucht, die Führung des Islamischen Zentralrats der Schweiz (IZRS) als Terrorunterstützer einzustufen. Nach jahrelangen Verfahren hat sie nun die Quittung für ihre Arbeit erhalten.

Am Donnerstag sprach das Bundesstrafgericht den Schweizer Verein der Tamil Tigers vom Vorwurf frei, eine kriminelle Organisation zu sein. Nur in Nebenpunkten sprach es Verurteilungen wegen gewerbsmässigen Betrugs aus. Am Freitag sprach das Bundesstrafgericht zwei von drei IZRS-Vorstandsmitglieder vom Vorwurf frei, Terror-Unterstützer zu sein. Dass der Hauptangeklagte verurteilt wurde, ist der Lichtblick in Juliette Notos Woche. Der 26-jährige Berner ist allerdings die harmloseste Figur des Trios.

Der Gewinner der Woche ist der IZRS. Die Drahtzieher kommen mit Freisprüchen davon und können sich dennoch als Opfer inszenieren. Dank dem Prozess ist die IZRS-Propaganda nun so bekannt wie nie zuvor. Bei den Tamil Tigers hingegen gibt es keine Gewinner, da der Verein nicht mehr existiert. Es ging für ihn nur noch um Vergangenheitsbewältigung.

Juliette Noto ist für das Schlamassel allerdings nur zu einem kleinen Teil verantwortlich. Die Anweisung, das IZRS-Verfahren vom Videoproduzenten auf die Anführer auszuweiten, gab Bundesanwalt Michael Lauber. Auch im Tamil-Tigers-Prozess war er es, der die Anweisung gab, das Verfahren zur Anklage zu bringen. Unter seinen Vorgängern entschied die Bundesanwaltschaft zweimal, dass die Voraussetzungen für ein Strafverfahren nicht erfüllt seien.