Kommentar

Mehr Personal für den Grenzschutz ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein

Dominik Weingartner: «Eine Lösung der weltweiten Migrationskrise sollte uns etwas wert sein.» (Archivbild)

Dominik Weingartner: «Eine Lösung der weltweiten Migrationskrise sollte uns etwas wert sein.» (Archivbild)

EU-Grenzschutzbehörde Frontex wird massiv aufgestockt Frontex, die Agentur für den EU-Grenz- und Küstenschutz, erhält deutlich mehr Macht. Aber der Entscheid bringt nicht viel.

Die Migrationsfrage bewegt Europa nach wie vor. Zwar gehen die Zahlen der Asylanträge seit dem grossen Ansturm von 2015 zurück, doch die Regierungen auf unserem Kontinent wissen genau: Die Migrationsbewegungen gehen weiter. Laut der UNO-Flüchtlingsorganisation UNHCR befinden sich weltweit 70,8 Millionen Menschen auf der Flucht. Über 95000 Menschen sind dieses Jahr über die Mittelmeer-Route nach Europa gelangt. Unser Kontinent bleibt ein beliebtes Ziel.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass die EU-Länder jetzt beschlossen haben, die europäische Grenzschutzbehörde Frontex bis 2027 auf 10000 Mitarbeiter aufzustocken. Das ist ein massiver Ausbau, bislang stehen 700 feste Mitarbeiter für Frontex im Einsatz. 2015 hat man festgestellt, dass dies bei weitem nicht reicht. Deshalb ist die Aufstockung durchaus konsequent.

Der bessere Schutz der Aussengrenze des Schengenraumes, dem auch die Schweiz angehört, ist richtig. Denn chaotische Zustände wie 2015 sorgen für grosse Verunsicherung in der Bevölkerung. Aber der Entscheid für mehr Personal ist letztlich nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Denn das eigentliche Ziel von Europa müsste es sein, den Migrationsdruck zu senken. Das geht nur mit einer Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Herkunftsländern. Und das kostet Zeit und vor allem viel Geld. Doch eine Lösung der weltweiten Migrationskrise sollte uns etwas wert sein.

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