Als der Arzt Stephan Rietiker vor zwei Wochen als neuer GC-Präsident vorgestellt wurde, räumte er ein, nicht viel von Fussball zu verstehen. Drei, vier Tage später erteilt er einem Headhunter den Auftrag, einen neuen Trainer für den neuen Trainer zu suchen.

Da fragt man sich: Wie kommt der Laie innert kürzester Frist zum richtigen Schluss, dass Tomislav Stipic der falsche Trainer für GC ist? Da hat ihm jemand einen Tipp gegeben. Und bei diesem jemand dürfte es sich um Erich Vogel handeln. 80-jährig, immer wieder und in verschiedenen Funktionen bei GC tätig. Er ist kompetent, erfahren und erfolgreich. Es ist deshalb aus Rietikers Optik verständlich, Vogels Rat zu folgen.

Uli Forte, der neue GC-Trainer, ist zweifellos Vogels Mann. Nur: Das mit der wohlwollenden Haltung kann bei Vogel schnell ändern. Bis man nicht mehr tut, was die graue Eminenz empfiehlt. Dessen muss sich auch Rietiker bewusst sein. Wagt er es, sich von Vogel zu emanzipieren, lodert das Feuer.

Delikat: Stephan Anliker, Rietikers Vorgänger, bleibt bis 2020 Hauptaktionär und damit Geldgeber. Von Vogel wurde er als «schlechtester Präsident seit 1949» bezeichnet. Das bedeutet wohl: Rietiker und Vogel müssen bald einen neuen Geldgeber suchen. Vogels Stärke ist das nicht. Sonst müsste er sich bei GC nicht mit unfähigen Präsidenten herumschlagen.