Strassenverkehr

Freie Fahrt für autonome Autos

Ein selbstfahrendes Auto der Google-Schwester Waymo. Der Bund hat eine Vision, was autonomes Fahren anbelangt. (Archiv)

Ein selbstfahrendes Auto der Google-Schwester Waymo. Der Bund hat eine Vision, was autonomes Fahren anbelangt. (Archiv)

Dass sich das Bundesamt für Strassen (Astra) damit beschäftigt, wie selbstfahrende Autos künftig in den Strassenverkehr integriert werden, mag erstaunen. Für viele sind autonome Fahrzeuge noch immer eine ferne Hollywood-Fiktion; ein «Hirngespinst», wie François Launaz, Präsident von Auto-Schweiz, kommentiert. Kurzfristig vielleicht. Doch selbstfahrende Autos werden in Zukunft einen bedeutenden Teil des Schweizer Verkehrssystems ausmachen. Technologisch wäre es schon heute möglich. Die Industrie hat gewaltige Fortschritte gemacht. Die grössten Hürden sind inzwischen juristischer Natur.

Es zeugt von Realitätsbewusstsein, dass die autonomen Fahrzeuge in der Vision des Astra eine selbstverständliche Rolle einnehmen. Und es zeugt von Schweizer Pioniergeist, dass man ihnen mit offenen Armen begegnet: In den USA, wo solche Fahrzeuge weiterentwickelt sind als irgendwo sonst, sträubt sich die Politik mehrheitlich gegen die Technologie. In der Schweiz hingegen denkt man über Strassen nach, auf denen «zu gewissen Zeiten nur selbstfahrende Autos erlaubt sind». Gut so!

Uns fehlen zwar eigene Autohersteller. Doch die Schweiz hat eine innovative Zulieferindustrie. Als Pionierland kann sie den Verkehr der Zukunft mitgestalten. Dafür reichen Visionen nicht aus. Schon heute müssen die Grundlagen dafür geschaffen und Erfahrungen gesammelt werden. Pilotprojekte, wie sie in Zug und Sion durchgeführt werden, sind ein erster Schritt. So können wir uns dann auch wirklich zurücklehnen, wenn die ersten komplett führerlosen Fahrzeuge auf die Strassen kommen.

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