Das Resultat ist deutlich. Gleichzeitig ist es eine peinliche Niederlage für die UBS-Spitze um Präsident Axel Weber und Konzernchef Sergio Ermotti. Nur gerade knapp 42 Prozent sprachen sich für die Entlastung des Verwaltungsrats und der Konzernleitung der UBS aus. Die restlichen Aktionäre sagten Nein oder enthielten sich der Stimme.

Auslöser der schmerzhaften Niederlage ist der Rechtsfall in Frankreich. Die dortige Justiz wirft der UBS Geldwäscherei und Beihilfe zu Steuerhinterziehung vor. In erster Instanz wurde der Bank eine Rekordbusse von 4,5 Milliarden Euro aufgebrummt. Viele Beobachter sind sich einig, dass dies vermeidbar gewesen wäre. Die Bank hätte sich wohl aussergerichtlich einigen und den Schaden minimieren können. Weber behauptete gestern, das sei mit den Franzosen nicht möglich gewesen. Der Bank sei nur der Gang vor Gericht geblieben.

Der Verdacht drängt sich auf, dass es der Stolz von Weber und Ermotti nicht zuliess, sich von Frankreich unterkriegen zu lassen. In den USA dagegen hatte sich die UBS in zahlreichen Fällen auf einen Vergleich eingelassen. Dort steht neben hohen Bussen mehr auf dem Spiel als in Frankreich. Denn die Amerikaner drohen auch schon mal mit dem Entzug der Banklizenz oder dem Ausschluss aus dem Zahlungsverkehr im Dollar-Raum.

Entsprechend rasch lenken die UBS und andere Banken ein, wenn ein Gerichtsprozess droht. In Frankreich könnte die Arroganz von Weber und Ermotti auf die beiden zurückfallen. Im schlimmsten Fall kommen noch Verantwortlichkeitsklagen dazu. Das Versagen wäre komplett.