Corona-Virus

Covid-19: Es ist Zeit, das Virus mit Daten zu besiegen

© Hanspeter Bärtschi / SZ

Warum die Schweiz dem Beispiel Südkoreas folgen und das Corona-Virus mit Handy-Daten bekämpfen soll

Wir gehen täglich mit einem Peilsender durchs Leben. Über das Handy kann jeder von uns geortet werden. So entsteht ein genaues Bewegungsprofil der Bevölkerung. Damit lässt sich die Ausbreitung einer Epidemie analysieren. Und es können Massenansammlungen frühzeitig erkannt werden.

Raffael Schuppisser

Raffael Schuppisser

Noch zögert die Schweiz, solche Daten im Kampf gegen das Corona-Virus zu nutzen. Dabei wäre es jetzt wichtig, technologischen Möglichkeiten sinnvoll einzusetzen. Das zeigt das Beispiel Südkorea. Das Land gilt bei vielen Experten als Musterbeispiel bei der Eindämmung der Pandemie. Neben ausgiebigem Testen der Bevölkerung war die Analyse der Handydaten massgeblich dafür verantwortlich, dass die Ansteckungen rasch unter Kontrolle gebracht werden konnten.

Bedenken, dass der Staat solche Daten auch zur Überwachung der Bevölkerung verwenden könnte, sind ernst zu nehmen. Ein Blick nach China ist lehrreich. Längst hat das totalitäre Regime eine Big-Data-Diktatur errichtet. Doch die Schweiz ist nicht China; die Freiheit des Individuums ist tief in unserer DNA verankert. Es muss sichergestellt werden, dass die Daten nicht missbraucht werden. Wichtig ist zudem, dass sie anonymisiert werden, wann immer das möglich ist. Und dass transparent darüber unterrichtet wird, was genau damit gemacht wird. Und was nicht. Dann ist Big Data nicht nur ein Mittel für Diktaturen, sondern auch für Demokratien.

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