Glarner erwache, möchte man dem SVP-Scharfmacher in seinen eigenen Worten zurufen. Bevor er zur Hetzjagd auf eine Lehrerin mit Affinität für islamische Feiertage blies, machte der Aargauer Nationalrat ja unter anderem auch schon mit der Aufdeckung angeblicher Cervelats-Verbote an Kinderfesten aus Rücksicht auf mitgrillierende muslimische Schüler Schlagzeilen.

Für ihn der Beweis der schleichenden Unterwanderung unserer Gesellschaft – geht gar nicht. Aber nun erfahren wir das: Dschihadisten essen zur Tarnung Schweinefleisch. Das brachte eine Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften an den Tag. «Einige können scheinbar völlig normale Beziehungen zu den anderen unterhalten, Schweinefleisch essen und sich trotzdem hinter unserem Rücken radikalisieren», wird darin ein Gefängnisdirektor zitiert.

Wir müssen umdenken. Gut möglich, dass potenzielle angehende Gotteskrieger schon in jungen Jahren geschult werden, zur Tarnung klaglos Lehrerinnen die Hand zu geben, in Klassenlager zu fahren und womöglich sogar Weihnachtslieder mitzusingen.

Da hilft es auch nicht, die (oder den?) Cervelat als Alleinstellungsmerkmal helvetischer Rechtschaffenheit hochzuhalten.

Also Schweizer erwache: Die wahre Gefahr lauert nicht in den Moscheen, sondern am Bratwurststand.