Kolumne

Apropos: Das Ritual des Jubels

Ziemlich archaisch, so ein Freudentaumel. Was Menschen damit bezwecken wollen.

Warum jubeln wir? Reissen unsere Arme in die Höhe, stossen undefinierbare Schreie aus, schlagen mit der geballten Faust in den leeren Raum? Ziemlich archaisch, so ein Freudentaumel.

Wir «juuubeln», weil das Wort «Jubel» dem lateinischen Wort «iubilare» zugrunde liegt, was so viel bedeutet wie jauchzen oder jodeln und lautmalerisch gebildet wurde.

Dass das lang gezogene «U» besonders oft bei Jubelgeschrei zum Einsatz kommt, konnte man auch am Abstimmungssonntag beobachten. In Bern jubelten Grüne und SP nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnung unüberhörbar: Dass das Stimmvolk die Begrenzungsinitiative nicht annahm, dafür den Vaterschaftsurlaub will, wurde mit «Uuuhuu!» und «Wuuu!» kommentiert.

Die Gewinnerinnen und Gewinner bekundeten körperlich ihre Überlegenheit und beabsichtigten, mit Körpereinsatz ihre Gegner zu beeindrucken – darum jubeln wir, so die Wissenschaftler.

Ob es die Verlierer von gestern tatsächlich einschüchterte, bleibt abzuwarten.

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