Der Medienwandel fordert ein weiteres Opfer. Nein, nicht die «Basler Zeitung», die von Tamedia geschluckt wird. Sie wird ja weiterbestehen. Es handelt sich vielmehr um eine Institution, ja, ein Stück Kulturgut, das Legionen von Redaktorinnen und Redaktoren spätabends Kopfzerbrechen bereitet hat. Grosse, aber sehr wenige Lettern mussten so angeordnet werden, dass eine möglichst treffende Zeile entstand, um den Kaufreiz für das Produkt, an dem die Redaktion den ganzen Tag gearbeitet hatte, zu erhöhen. Verben hatten meist keinen Platz, ein paar Schlagworte mussten genügen.

Und nun verschwindet es, das Plakätli aka Kioskaushang. Jedenfalls unseres. Denn immer mehr Kioskbetreiber hängen es gar nicht mehr aus. Die guten Plätze sind ohnehin besetzt, weil bezahlt. Und dass das so ist, hat einen einfachen Grund: Der Verkauf von Tageszeitungen ist auch für die kleinen Gemischtwarenläden kein richtiges Geschäft mehr. Digitalisierung und Gratisangebote haben die Lesegewohnheiten verändert. Man zieht eine Pendlerzeitung aus der Box gleich neben dem Kiosk, wenn man wenigstens diese Auslage überhaupt würdigt, weil der Blick aufs Smartphone gerichtet ist.

Auch wenn unsere Redaktion für einmal entlastet wird, ein wenig traurig ist das schon.